Fußball
WM-Aus für Mexikaner Galindo und Carmona

Wegen Dopings mit dem anabolen Steroid Nandrolon hat der mexikanische Fußball-Verband FMF die Nationalspieler Aaron Galindo und Salvador Carmona für ein Jahr gesperrt. Beide Akteure waren vor dem Confederations Cup in Deutschland (15. bis 29. Juni) bei einem internen Test der Mexikaner positiv getestet worden. Sie werden damit auch nicht an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) teilnehmen können.

"Die Spieler Carmona und Galindo werden für alle sportlichen Aktivitäten unter der Kontrolle des mexikanischen Fußball-Verbandes von heute an für ein Jahr gesperrt", verkündete FMF-Generalsekretär Decio de Maria. Auf "unbestimmte Zeit" wurde der Vereinsarzt von Cruz Azul, Evaristo Adan Hernandez, vom Verband aus dem Verkehr gezogen. Er soll dem Duo die verbotene Substanz verabreicht haben.

Fifa prüft das Strafmaß

Der Weltverband Fifa wird nun zu prüfen haben, ob die ausgesprochene Sperre ein angemessenes Strafmaß ist. Die Welt-Anti-Doping-Agentur geht bei positiven Befunden von einer Regelsperre von zwei Jahren aus, die Fifa beharrt auf eine Einzelfallprüfung.

Der Weltverband hatte den mexikanischen Verband bereits aufgefordert, einen "lückenlosen Bericht über die gesamte Angelegenheit" vorzulegen. Bei den obligatorischen Kontrollen der Fifa bei den "Confed- Cup"-Spielen - jeweils zwei Akteure jeder Mannschaft werden zur Dopingkontrolle ausgelost - waren die beiden Spieler nicht getestet worden; die Spielwertungen blieben somit unangetastet.

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hatte die Verschleierungstaktik des mexikanischen Verbandes offen angeprangert. "Die Liederlichkeit, mit der diese Angelegenheit behandelt wurde, darf einem Profiverband nicht passieren", sagte der Schweizer.

Ausschluss aus der WM-Qualifikation?

Die Frage, ob Mexiko von der laufenden Qualifikation für die WM-Endrunde in Deutschland 2006 ausgeschlossen werden könne, ließ Blatter offen: "Das kann ich nicht sagen. Sanktionen sind Sache der Disziplinarkommission." Blatter selbst war lange von den Mexikanern über den Fall im Unklaren gelassen worden.

Während der "Mini-WM" in Deutschland kamen die beiden Spieler bei den Vorrundensiegen gegen Japan (2:1) und gegen Weltmeister Brasilien (1:0) zum Einsatz. Galindo und Carmona wurden nach Bekanntgabe der positiven Analyse vorzeitig nach Hause geschickt, wobei Mexikos Verband einen Dopingverdacht zunächst dementierte und Disziplinlosigkeit als Begründung für die Heimreise anführte.

Obwohl die beiden Stammspieler nicht mehr zur Verfügung standen, erreichte der zweimalige WM-Viertelfinalist die Vorschlussrunde beim Konföderationen-Pokal und unterlag dem zweimaligen WM-Champion Argentinien erst im Elfmeterschießen. Concacaf-Vertreter Mexiko verlor am Ende das Spiel um Platz drei gegen Gastgeber Deutschland 3:4 nach Verlängerung.

Interner Test überführt Dopingsünder

Die beiden Spieler waren bei einem internen Test der Mexikaner des Dopings überführt worden. Die positive Analyse wurde vom renommierten Institut an der Ucla vorgenommen, dem Olympic Analytical Labaratory in Los Angeles/Kalifornien. Nach Darstellung der Fifa habe Mexiko erst am 20. Juni von dem positiven Testergebnis erfahren, daraufhin waren die Spieler vorzeitig nach Hause geschickt worden.

Bereits bei der Copa America 1997 hatte es zwei Dopingfälle in Mexikos Team gegeben. Paolo Cesar Chavez und Raul Lara waren in Paraguay positiv auf Nandrolon getestet worden. Der Dopingfall war damals von dem Mexikanern mit verunreinigtem Fleisch in Verbindung gebracht worden.

© SID

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