WM-Gipfeltreffen
Kanzlerin soll Scherben kitten

Nach den jüngsten Pleiten des deutschen Fußballs und dem Streit um Jürgen Klinsmann soll nun sogar die Bundeskanzlerin mit die Scherben kitten, um die Fußball-Weltmeisterschaft in drei Monaten doch noch als gemeinsame nationale Aufgabe angehen zu können.

dpa BERLIN. Am 15. März wird Angela Merkel alle wichtigen WM-Entscheidungsträger von Bundestrainer Klinsmann über Organisations-Chef Franz Beckenbauer bis zum DFB-Präsidenten Theo Zwanziger in Berlin zum Gipfel zusammen holen, um mit ihnen die aktuelle Lage und die Sorgen zu diskutieren.

Das Bundespresseamt bestätigte den "seit längerer Zeit vereinbarten Termin" von Angela Merkel mit dem Präsidium des WM-Organisationskomitees. Dabei werde sich die Bundeskanzlerin einen "allgemeinen Überblick über aktuelle Themen drei Monate vor der WM" verschaffen. "Die WM ist ein großartiges Ereignis", sagte Kanzlerin Merkel in der Zeitung "Die Welt". Was sicher auch die Hoffnung einschließt: Vor dem ersten Spiel des Gastgebers gegen Costa Rica am 9. Juni sollen weder persönliche Eitelkeiten, noch Sturheit, Kommunikations-Probleme oder Populismus die nötige WM-Stimmung in Deutschland gefährden.



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Keinem der Köpfe des deutschen Fußballs ist inzwischen entgangen, dass die ewigen Debatten um die Arbeitsmethoden des Bundestrainers oder gegenseitige Vorwürfe die Vorfreude auf das Jahrhundert-Ereignis WM heftig trüben. So basteln die Chefs in der DFB-Zentrale eifrig an einem Entspannungs-Programm, um die jüngsten "Ungereimtheiten" (Beckenbauer) zumindest nach außen hin auszuräumen. "Ich muss mir Dinge anhören von Politikern, DFB-Vizepräsidenten und anderen, die mit meinem Beruf nichts zu tun haben. Da urteilen Leute, ohne die Sache zu kennen", beschwerte sich Klinsmann, der mit einem kompromisslosen, sturen Kurs seinerseits allerdings auch lange Zeit wenig zur Entspannung beitragen konnte.

Jetzt sieht DFB-Chef Zwanziger in Klinsmanns Ankündigung, nach dem USA-Spiel am 22. März seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt eindeutiger nach Deutschland zu verlegen, ein erstes Zeichen der Deeskalation: "Ich wusste, dass Jürgen Klinsmann ein Mensch ist, der die Verantwortung kennt und auch spürt, dass sein Präsenz in Deutschland jetzt notwendig ist." Dem schloss der Verbands-Präsident über den Internet-Anbieter "Sport.1" allerdings eine Aufforderung an die Kritiker des Wahl-Amerikaners Klinsmann an: "Die Debatte sollte nun auch mal beendet werden."

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