WM-Gruppenauslosung Eitel Sonnenschein für Deutschland

Die deutsche Nationalelf kann mit der WM-Gruppenauslosung sehr gut leben: Mexiko, Schweden und Südkorea sind für die Mannschaft von Joachim Löw machbare Aufgaben. Deutschland ist klarer Favorit auf den Gruppensieg.
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Hat gut lachen: Joachim Löw. Quelle: dpa
WM-Auslosung

Hat gut lachen: Joachim Löw.

(Foto: dpa)

MoskauWettertechnisch hatte der Freitag in Moskau eher trübe Aussichten zu bieten: Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schneeregen und ein bedeckter Himmel dürften die Stimmung bei Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff allerdings nicht nachhaltig gedrückt haben. Dafür fiel die Auslosung für die WM-Vorrunde am Abend im Kremlpalast zu günstig für das DFB-Team aus. Alle drei Gruppengegner sind alte Bekannte aus früheren Weltmeisterschaften. Gegen Mexiko, Schweden und Südkorea ist Deutschland klarer Favorit auf den Gruppensieg.

Deutschland wurde als Gruppenkopf der Gruppe F ausgelöst. Das bedeutet, dass das Team am 17. Juni im Moskauer Luschniki-Stadion gegen Mexiko antreten muss, sechs Tage später in Sotschi gegen Schweden antritt und zum Abschluss (der Gruppenphase) am 27. Juni nach Kasan reist. Damit rückt das von Löw, aber auch Toni Kroos gewünschte Mannschaftsquartier in der Sonne in greifbare Nähe. Der DFB hatte bereits vor der Auslosung erwogen, in Sotschi zu trainieren. Nachdem das Team nun ein Gruppenspiel dort bestreitet, macht diese Überlegung umso mehr Sinn.

Mexiko als der laut Weltrangliste härteste Gegner (Nummer 16) kommt aus der Nord- und Mittelamerikagruppe und ist Dauergast bei den Weltmeisterschaften: 15 Mal hat das Land teilgenommen. Wirklich weit – jeweils bis ins Viertelfinale – ging es aber nur bei den Heim-WMs 1970 und 1986. Immerhin: Seit 1994 haben die Mexikaner immer die Gruppenphase überstanden.

Angst muss die DFB-Auswahl aber nicht haben. Die Bilanz spricht klar für Deutschland: Fünf Siegen steht bei fünf Unentschieden nur eine Niederlage gegenüber. 1985 war das bei einem eher unbedeutenden Freundschaftsspiel. Die WM-Bilanz gegen Mexiko hingegen ist lupenrein. In allen drei Vergleichen verließ die DFB-Elf als Sieger den Platz. Am knappsten war es noch 1986 in Mexiko, als es ins Elfmeterschießen ging.

In diesem Sommer hingegen beim Confederations Cup, gewissermaßen der Generalprobe für das Championat, war es eine klare Angelegenheit für die Jungs von Löw. Schon nach acht Minuten hatte Leon Goretzka auf 2:0 gestellt, am Ende stand ein deutlicher 4:1-Erfolg. Gespielt wurde übrigens in Sotschi.

Auch der zweite Gegner Schweden wird Löw kaum schlaflose Nächte bereiten, auch wenn die Skandinavier in den Ausscheidungsspielen Italien böse überrascht haben. Wie gegen Mexiko spricht der direkte Vergleich für Deutschland: 15 Siege, neun Unentschieden, zwölf Niederlagen. An eigene Siege können sich zudem nur wirklich alte Schweden erinnern, der letzte liegt fast 40 Jahre zurück.

Immerhin konnte Schweden Deutschland bei einer WM schon schlagen: 1958 war das, Deutschland scheiterte damals als Titelverteidiger im Halbfinale am Gastgeber. 3:1 setzten sich die Skandinavier durch. Deutschland hatte seinerseits dreimal bei einer Weltmeisterschaft das bessere Ende für sich; zuletzt ebenfalls bei der Heim-WM 2006, als Doppeltorschütze Lukas Podolski schon nach zwölf Minuten den 2:0-Endstand besorgte.

Das größte Spektakel stammt hingegen schon aus der Löw-Ära: 2012 führte die Mannschaft in der WM-Qualifikation nach 60 Minuten bereits mit 4:0 und musste sich am Ende mit einem 4:4 begnügen. Immerhin nur ein Jahr später erwiderten die Deutschen das Kompliment und siegten nach 0:2-Rückstand noch mit 5:3. Anschließend wurde Deutschland Weltmeister.

Die Schauplätze der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland
Moskau
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Mit mehr als zwölf Millionen Einwohnern ist Moskau die größte Stadt Europas und gilt als Machtzentrum Russlands. Zu den wichtigsten Wahrzeichen gehört der Kreml am Roten Platz. Hinter Backsteinmauern lenkt dort Präsident Wladimir Putin die Geschicke des Landes. Moskau hat zwei WM-Stadien: die Arena des Traditionsclubs Spartak sowie das renovierte Luschniki-Stadion, wo Eröffnungsspiel und Finale stattfinden.

Kasan
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Die Hauptstadt der ölreichen Teilrepublik Tatarstan gilt als Beispiel für ein Miteinander der Kulturen – hier stehen Moscheen muslimischer Tataren neben orthodoxen Kirchen christlicher Slawen. Sportliches Aushängeschild der Stadt an der Wolga ist Rubin Kasan.

Sotschi
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Dank der Olympischen Winterspiele unter Palmen wurde der beliebte Badeort mit subtropischem Klima 2014 weltbekannt. Zudem hat Sotschi eine Formel-1-Rennstrecke. Die russische Elite schätzt den Ort am Schwarzen Meer als Feriendomizil.

St. Petersburg
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Zar Peter I. gründete die Stadt 1703 als „Fenster nach Europa“ seines Reichs. Hier ergriffen die Kommunisten 1917 die Macht. Zu Sowjetzeiten hieß die Stadt an der Newa Leningrad. Heute ist die Touristenmetropole die zweitgrößte Stadt Russlands. Das Zentrum ist Unesco-Welterbe und wird wegen seiner malerischen Flüsse und Kanäle auch als „Venedig des Nordens“ bezeichnet.

Jekaterinburg
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Die nach Zarin Katharina I. benannte Stadt am Ural-Gebirge gilt als Tor nach Sibirien. 1918 wurde hier Zar Nikolaus II. mit seiner Familie ermordet. In der Region sind Schwerindustrie und Waffenschmieden angesiedelt. Als prominentester Sohn der Stadt gilt Ex-Präsident Boris Jelzin (1931-2007).

Kaliningrad
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Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Stadt Königsberg der UdSSR zugesprochen. Heute grenzt das westlichste Gebiet Russlands nur an EU-Staaten. Als bekannteste Persönlichkeit der Ostsee-Region zwischen Polen und Litauen gilt der Philosoph Immanuel Kant (1724-1804).

Nischni Nowgorod
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Die Stadt an der Mündung der Oka in die Wolga war im 19. Jahrhundert ein Konkurrent für Moskau als Handelsdrehscheibe. Ein Sprichwort sagt noch heute: „Moskau ist das Herz Russlands, St. Petersburg der Kopf und Nischni Nowgorod seine Tasche.“

Auch mit Südkorea hat der DFB bei Weltmeisterschaften schon die Klingen gekreuzt. Zweimal, um genau zu sein: 1994 – auch da war Deutschland Titelverteidiger – in den USA war die Begegnung wie 2018 in Russland das letzte Gruppenspiel. Einem 3:0 folgte das große Zittern, am Ende gewann die entkräftete Auswahl von Berti Vogts mit 3:2.

Acht Jahre später war Südkorea Co-Gastgeber und stieß überraschend bis ins Halbfinale vor. Auf dem Weg dahin wurden Spanien und Italien besiegt. Deutschland gewann die Partie mit 1:0, verlor aber Michael Ballack (gelbgesperrt) für das Finale gegen Brasilien. Den letzten Vergleich konnte Südkorea 2004 3:1 gewinnen. Das Freundschaftsspiel im Rahmen einer Asien-Reise des DFB ist allerdings wenig aussagekräftig.

Deutschland kann also durchaus zufrieden sein mit der Auslosung. Auch mit Gastgeber Russland hat es Fortuna gut gemeint. Die Sbornaja trifft in Gruppe A auf Uruguay, Ägypten und Saudi-Arabien. Wladimir Putin, der bei der Auslosung anwesend war, dürfte zufrieden sein, auch wenn ein russischer Radiokommentator selbstironisch vermerkte: „Wir haben schon gegen ganz andere verloren“.

Den härtesten Brocken hat Europameister Portugal erwischt, die Ex-Weltmeister Spanien zugelost bekamen. Allerdings reicht für das Weiterkommen der zweite Platz und gegen Marokko und den Iran sollte das für beide europäischen Mannschaften möglich sein. Belgien muss sich mit England, Panama und Tunesien messen. Die vermeintlich leichteste Gruppe besteht hingegen aus Polen, Senegal, Kolumbien und Japan.

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