WM-Gruppenauslosung
In Gruppe A wollen alle weiterkommen

Für die einen ist es Erleichterung, für die anderen Ansporn. Die Zusammensetzung der Gruppe A in der Vorrunde der Fußball-WM 2006 ruft bei allen Beteiligten positive Reaktionen hervor. Für Bundestrainer Jürgen Klinsmann könnte sich sein Wohnort Amerika nun als Vorteil erweisen.

HB LEIPZIG. Noch in der Nacht nach den Glücks-Losen startete Jürgen Klinsmann die Detail-Planungen für die WM- Vorbereitung. Mit seinem Assistenten Joachim Löw und dem Leiter des Büros Nationalmannschaft, Georg Behlau, koordinierte der Bundestrainer die nächsten Schritte, nachdem Costa Rica, Polen und Ecuador als WM-Gruppengegner feststanden.

Am Samstag trommelte Klinsmann seinen WM-Stabes zur Besprechung in Frankfurt zusammen. "Wir werden alles genau unter die Lupe nehmen", kündigte der Chef des Unternehmens "WM-Titel 2006" an. Viel Arbeit kommt besonders auf Urs Siegenthaler zu, der Klinsmanns "Spionage-Abteilung" leitet.

Die ersten Entscheidungen für das WM-Jahr hat Klinsmann bereits getroffen. So soll die WM-Generalprobe am 2. Juni in Mönchengladbach gegen einen Gegner aus Südamerika steigen. Uruguay, Kolumbien oder Chile wurden als Kandidaten genannt. Für das erste Länderspiel 2006 wird der Bundestrainer die Trennung der beiden Torhüter-Konkurrenten Oliver Kahn und Jens Lehmann aufheben. "Ich denke schon", sagte Klinsmann auf die Frage, ob beide im Kader für die Partie am 1. März in Italien stehen werden. Die Entscheidung über die Nummer eins bei der WM aber bleibe bis kurz vor dem Turnier offen.

Während bei den Fans und auch bei einigen Experten Auftaktgegner Costa Rica und Südamerika-Kontrahenten Ecuador nur Achselzucken auslöste, sieht sich Klinsmann durch seinen Wohnort schon jetzt bestens informiert. "Costa Rica habe ich schon drei Mal gesehen. Weil ich mir die Spiele in Nord- und Mittelamerika genauestens angesehen habe", berichtete der Wahl-Amerikaner und konnte ein vielsagendes Lächeln nicht unterdrücken. Sein Wohnort Kalifornien, von Kritikern seit Amtsantritt im Juli 2004 immer wieder als Argument gegen Klinsmann hervorgeholt, kann sich plötzlich als Vorteil erweisen.

"Ich werde Costa Rica jetzt noch ein bisschen mehr unter die Lupe nehmen. Es ist ja nicht so weit für mich aus Kalifornien", sagte Klinsmann. Auch Ecuador habe er schon beobachtet und über das Team eigenes Videomaterial angefertigt. Das soll nun gemeinsam mit Beobachtungen in eine zentrale Datenbank fließen, zu der alle sportlich Verantwortlichen des DFB Zugang haben. "Wir werden keine dieser Mannschaft in irgend einer Form unterschätzen. Wir werden sie bis ins Details studieren", erklärte Klinsmann.

Mit möglichen Kontrahenten im Achtel- oder Viertelfinale will sich Klinsmann dagegen - zumindest öffentlich - noch nicht beschäftigen. "Das überlassen wir anderen", sagte der 41-Jährige. Dennoch wird er Teams wie England, Schweden oder Paraguay, die im Achtelfinale drohen, in seiner Prioritätenliste mit nach oben stufen. Eine Runde später könnten dann Argentinien, die Niederlande, Portugal oder Mexiko der deutsche Gegner sein. Fest steht dagegen, dass die "Klinsmänner" - wenn sie Gruppensieger werden - bis zum Finale allen Teams der Gruppen E bis H und damit auch Brasilien, Frankreich, Italien, Tschechien, Spanien sowie der unbequemen Ukraine aus dem Weg gehen werden.

Klinsmann zeigte sich zufrieden mit den Losen und nahm die Favoriten-Rolle für die Gruppe A an: "Es hätten natürlich wesentlich schwerere Brocken sein können, wenn uns Holland oder die Ukraine zugelost worden wäre." Als Gruppensieger könnte Deutschland im Turnierverlauf weiter in den größten WM-Stadien München, Berlin und Dortmund spielen. "Wir wollen das Publikum gleich auf unsere Seite ziehen", kündigte der Bundestrainer als eine Hauptaufgabe für die WM- Eröffnungspartie am 9. Juli 2006 in der Allianz-Arena an. Das Hauptziel aber sind natürlich erst einmal drei Punkte zum Start.

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