WM-Gruppengegner
Chefscout Siegenthaler warnt vor Ecuador

Nach Einschätzung von DFB-Chefscout Urs Siegenthaler könnte Deutschlands letzter WM-Gruppengegner Ecuador bei der Fußball-Weltmeisterschaft für die Mannschaft von Jürgen Klinsmann zum Spielverderber werden.

HB AMSTERDAM. Die Südamerikaner zogen sich im ersten WM-Härtetest in Amsterdam beim 0:1 (0:0) gegen die Niederlande achtbar aus der Affäre und präsentierten sich gegen einen der Titelfavoriten lange Zeit als kompakte und gut geordnete Einheit. "Für uns war dieses Spiel eine sehr gute Gelegenheit, in Europa zu testen. Ich bin sehr zufrieden und habe volles Vertrauen in meine Mannschaft", sagte Ecuadors Trainer Luis Fernandez Suarez nach der respektablen Leistung.

Sollte die derzeit desolate deutsche Elf am 20. Juni in Berlin im abschließenden WM-Vorrundenspiel einen Sieg für den Einzug ins Achtelfinale benötigen, muss sie sich gegen Ecuador etwas einfallen lassen. Auch DFB-Chefscout Urs Siegenthaler, der unter den 32 000 Zuschauern in der Amsterdamer Arena weilte, teilt diese Einschätzung. Zwar wollte der Schweizer "auf Grund der Situation" keine Details verraten und seine Erkenntnisse zunächst an den Trainstab weiterleiten. Doch Siegenthaler plädiert grundsätzlich dafür, jedem Gegner Respekt zu zollen. "Es gibt keinen leichten Gegner. Solche Spiele sind keine Selbstläufer. Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass die anderen blind sind", mahnte der Schweizer, der vorige Woche schon den DFB-Auftaktgegner Costa Rica beobachtete. Auch die Holländer hätten am Mittwoch gemerkt, dass gegen Ecuador "nicht 90 Prozent Leistung" genügen.

Vor allem in der ersten Spielhälfte machten es der Gast aus Südamerika dem Weltranglisten-Dritten schwer. Die Innenverteidigung mit Kapitän Ivan Hurtado und dem robusten Geovanny Espinoza wirkte sattelfest, die Außenverteidiger Ulsises de la Cruz und Neicer Reasco unterbanden geschickt den Offensivdrang von Arjen Robben und dem Länderspiel-Debütanten Martijn Meerdink. Davor machten Marlon Ayovi und Patricio Urrutia die Räume eng. "Wir hatten nicht das Vermögen, uns spielerisch durchzusetzen", gab Bondscoach Marco van Basten zu.

Die Vorstellung der Niederländer, die erst nach dem Treffer von Dirk Kuyt (49.) besser ins Spiel fanden, ist schwer einzuschätzen. Immerhin fehlten aus unterschiedlichen Gründen etablierte Kräfte wie Wesley Sneijder, Ruud van Nistelrooy, Edgar Davids, Clarence Seedorf, die Bundesliga-Legionäre Rafael van der Vaart, Khalid Boulahrouz und Nigel de Jong (alle HSV) sowie Roy Makaay. Ob der Torjäger von Bayern München noch auf den WM-Zug aufspringen kann, ist sehr ungewiss. "Wir haben viele gute Stürmer, werden alle weiter beobachten und dann unsere Wahl treffen", sagte van Basten, der den Konkurrenzkampf weiter schürt: "Die Tür ist für niemanden zu, aber es hat auch kein Spielern seinen Platz sicher.

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