WM-Hospitality
Vorfreude auf Südafrika öffnet die Reisebudgets

Ein halbes Jahr vor dem Anstoß zur Fußball-WM bröckeln die Bedenken: Fürchteten im Sommer noch viele Geschäftsleute, mit einer Einladung nach Südafrika unter Korruptionsverdacht zu geraten, herrscht heute eher die Sorge vor, beim Verkauf von VIP-Tickets leer auszugehen.
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KÖLN. "Wir verkaufen 500 Business-Seats pro Woche", sagt Carsten Cramer, Vertriebsleiter der Sportrechteagentur Sportfive, die seit April die WM-Logen in Kontinentaleuropa vermarktet. Cramer bezeichnet die Verkäufe als "gut bis sehr gut". "Eine Fußball-WM rechtfertigt emotionale Ausreißer", begründet er den neuen Mut zum VIP-Ticket. "Das Bild hat sich gewandelt. Mit der Gewissheit, dass Deutschland teilnimmt, gewinnt die Euphorie die Oberhand. Früher standen Fragen der Compliance im Mittelpunkt unserer Gespräche. Jetzt fragen die Leute, wie sie am besten nach Südafrika kommen."

Sportfive tut alles, um den Kunden die Sorgen rund um den Bestechlichkeitsparagrafen 299 im Strafgesetzbuch zu zerstreuen. Bei Bedarf vermittelt die Agentur Kontakt zur spezialisierten Frankfurter Kanzlei Arnecke Siebold für externen Beistand. Cramer lakonisch: "Wer angemessen und selektiv Kunden einlädt und Unternehmensinteressen mit dem Fußball verbindet, muss maximal Flugangst haben." Zu 60 Prozent seien die Kunden Mittelständler. "Das sind Menschen, die sich in ihren Entscheidungen nicht einengen lassen."

Am beliebtesten seien neben den Spielen der DFB-Elf das Eröffnungsspiel sowie die Halbfinals und das Finale. "Das Halbfinale in Kapstadt ist im VIP-Bereich fast ausverkauft, weil es von südafrikanischen Firmenkunden stark nachgefragt wird", sagt Cramer.

Einen massiven Schub erwarten die Logenverkäufer mit der Auslosung der Partien: "Die Welt wird dann erst wach", sagt Peter Csanadi, Marketingchef von Match Hospitality. Die Firma steuert im Auftrag des Weltfußballverbands Fifa den Verkauf aller rund 300 000 VIP-Karten. "Entscheidend werden Januar und Februar sein, dann wissen wir, ob wir weiter im Plan liegen", sagt Csanadi. Überraschend starke Nachfrage verspürt Match schon jetzt aus Südafrika und Brasilien. "Europa wird noch stark kommen, dafür sprechen alle Anzeichen, während die Nachfrage aus Asien inklusive China eher schwach ist." Deutschland sei weltweit das einzige Land mit einer kritischen Diskussion um Compliance. "Da herrscht schon Gegenwind", sagt Csanadi.

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