WM-Karten
Organisationskomitee räumt Fehler bei Ticketprogramm ein

Der Vizepräsident des Organisationskomitees für die Fußball-WM 2006, Wolfgang Niersbach, hat zugegeben, bei der Entwicklung des Options-Ticketprogramms für die Fußball-Weltmeisterschaft nicht alle Konsequnezen bedacht zu haben. Man stehe zu den Fehlern.

HB DÜSSELDORF. "Die Optionstickets waren eine spätere Erfindung von uns. Weil wir verhindern wollen, dass die WM offiziell ausverkauft ist, und dann sind doch noch Hunderte von Plätzen leer", sagte Niersbach dem Handelsblatt. "Ich gebe aber für uns alle ganz offen zu, dass wir das mal nach dem Beispiel Warteliste bei Flügen besprochen und nicht die Bohne an die Verzinsung gedacht haben. Wenn uns das als Fehler angekreidet wird, okay, da stehen wir zu", sagte er.

Das Organisationskomitee (OK) will mit dem Optionsticketprogramm ungefähr 300 000 Karten neu verkaufen, die wieder zurückgegeben werden. Verbraucherschützer hatten vor Weihnachten aber dagegen vor Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt. Sie hatten bemängelt, dass Kunden bei dem Optionsticketprogramm im Voraus für WM-Eintrittskarten zur Kasse gebeten werden, ohne zu wissen, ob sie überhaupt eine Karte bekommen. Zudem kritisierten die Verbraucherschützer, dass das OK fünf Euro Gebühren für die Option verlangt und diese auch behält, wenn der Kunde keine WM-Karte bekommt. Am Ende einigten sich DFB und die Verbraucherschützer auf einen Vergleich.

Als Konsequenz aus dem Gerichtsstreit haben "wir hinterher tatsächlich überlegt und wieder verworfen: Hätten wir nicht besser daran getan, die Preise für alle WM-Karten von Anfang an zu erhöhen und keine weiteren Gebühren zu verlangen? Aber als wir das Ticketsystem entwickelt haben, da hatten wir das Optionsprogramm ja noch gar nicht im Kopf", sagte Niersbach.

Zwischen Niersbach und seinen Kollegen sowie den Verbraucherschützern war auch ein heftiger verbaler Streit entbrannt. Generell, sagte Niersbach, sei die WM 2006 aber ein Türöffner. "Man kann das '2006' mit einem Pincode vergleichen. Wo sonst Stadtkämmerer sagen, wir haben kein Geld, da gibst du den Code '2006' ein, und schon springt eine Schublade auf. Auch emotionale Türen öffnen sich. Das ist ein bisschen atypisch zu dem, was wir in den letzten Jahren in dem Land erlebt haben - bei dem Thema WM werden die Nörgler, Skeptiker, Pessimisten und Besserwisser nach außen gedrängt."

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