WM-Macher: Bernd Schiphorst, Berlins WM-Chef: Der Strippenzieher der Hauptstadt

WM-Macher: Bernd Schiphorst, Berlins WM-Chef
Der Strippenzieher der Hauptstadt

Er ist Frühaufsteher und oft schon da, wenn andere noch in den Federn liegen: Bernd Schiphorst war schon immer ein Mann der ersten Stunden.

HB BERLIN. Der Medienmanager zählt zu den Pionieren des Privatrundfunks in Deutschland, hat den Bertelsmann-Konzern in das Geschäft mit Fernsehen, Hörfunk und Internet geführt und stand Pate an der Wiege des Bezahlsenders Premiere. Und auch jetzt, als Cheforganisator der Fußball-WM in Berlin, kann sich der 62-Jährige Stillstand nicht leisten.

Doch der Mann mit dem adrett gestutzten Schnauzbart agiert lieber hinter den Kulissen. Ob es die noch offenen Verkehrsprobleme sind, die er auf die WM-Stadt zurollen sieht, die Debatte um die Fanmeile oder Sicherheitsfragen - im heiklen Zusammenspiel mit den Stadtoberen meidet Schiphorst die lauten Töne in der Öffentlichkeit. "Das gehört nicht in die Zeitung", sagt der Bankierssohn aus Oldenburg, für den Diskretion vor allem zum beruflichen Handwerkzeug gehört. So bezeichnet er die Aufgaben, die er und das auf 50 Personen anwachsende Organisationskomitee im Olympiapark zu bewältigen haben, konsequent und zurückhaltend als "alles beherrschbare Probleme".

In Berlin ist Schiphorst in seinem Element. "Mich hat zeitlebens das Zusammenspiel von Sport und Medien interessiert", sagt er. Anders als in München oder Hamburg biete die Stadt viel mehr Chancen "Ideen umzusetzen". Die Möglichkeiten hat der studierte Volkswirt genutzt. Mindestens drei verschiedene Visitenkarten kann er in Berlin aus seiner Brieftasche ziehen: Präsident des Erstligisten Hertha BSC, Vorstand der Beratungsfirma WMP oder eben Leiter des Organisationskomitees für die Ausrichtung der WM in Berlin. Ob es um die Vertragsverlängerung für Hertha-Verteidiger Arne Friedrich oder die Gestaltung des Olympiastadions geht: Schiphorst sitzt mit am Tisch; er gehört mittlerweile zu den einflussreichen Strippenziehern der Hauptstadt.

Gelockt wurde er vor fünf Jahren aus Hamburg, als er die anspruchsvolle Aufgabe des Medienbeauftragten für die Stadt und für Brandenburg übernahm. Dass er den Job ehrenamtlich als Ein-Euro-Mann machen konnte, verdankte er damals einem Beratervertrag mit Bertelsmann. In den folgenden Jahren fädelte er unter anderem die Ansiedlung des Musikkanals MTV und anderer Medienunternehmen in der Region ein.

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