WM-Macher: Engelbert Lehmacher und Rainer Ernst, WM-Rasenkompetenzteam
Die ganze Welt blickt auf ihr Werk

Wenn das große Schauspiel Weltmeisterschaft nach Deutschland kommt, muss auch die Bühne stimmen. Damit im kommenden Sommer von Seiten der Hauptdarsteller keine Klagen über versprungene Bälle oder verstauchte Knöchel kommen, arbeiten Engelbert Lehmacher und Rainer Ernst seit Herbst 2004 am perfekten Rasen für die WM. Als "Rasenkompetenzteam" wachen die beiden Landschaftsarchitekten über die Qualität der Spielflächen für das erhoffte Festival des Fußballs.

HB HAMBURG. "Der Rasen im Stadion ist wie die Bühne im Theater", sagt Lehmacher, der selbst eher in der Wissenschaft zu Hause ist: In Osnabrück betreibt der Diplom-Ingenieur ein Labor für Sportplatz- und Landschaftsbau. Seine Ansprüche an den WM-Rasen formuliert der 55- Jährige nicht wie ein Bühnenmeister, sondern wie ein Regisseur an seine Darsteller. "Wir wollen einen Charakterrasen", sagt Lehmacher und zeichnet von dem gewünschten "Charakter" ein präzises Bild: "Kein filigraner Zierrasen, sondern ein festes, dichtes und kurz geschnittenes Gras."

Die botanische Formel dafür haben Lehmacher und Ernst eigens für die WM ausgeklügelt - gemeinsam mit der Deutschen Rasengesellschaft und dem Bundessortenamt: Eine Mischung aus 75 Prozent Wiesenrispe (Poa pratensis) und 25 Prozent Weidelgras (Lolium perenne) soll für eine niedrige Rasendecke sorgen, auf der der Ball gut und schnell laufen kann. Anfang des Jahres erhielten zwei Rasenhersteller den Auftrag, im März wurde ausgesät: insgesamt 240 000 Quadratmeter - etwa doppelt so viel, wie für die zwölf Plätze eigentlich nötig. Seitdem hat die Arbeit für das Duo erst so richtig begonnen.

"Mittlerweile sind wir fast täglich damit beschäftigt", sagt der 53 Jahre alte Ernst, der ein Büro für Landschaftsarchitektur in Frankfurt hat. Die regelmäßige Kontrolle der Saatflächen gehört genauso dazu wie Workshops mit den Stadion-Greenkeepern. In acht der zwölf Arenen für 2006 waren Lehmacher und Ernst schon vor dem Unternehmen WM beratend oder planerisch tätig. Doch erst der Auftrag des Organisationskomitees hat sie zum Team zusammengeführt. "Das funktioniert ganz hervorragend", wie Ernst betont.

Ihre Kompetenz war in den vergangenen Monaten gleich mehrfach gefragt. Als im März bekannt wurde, dass einer der beiden Hersteller eine niederländische Firma ist, die gleich sieben Stadien mit Rasen bestückt, kam Empörung auf. Für den angepeilten WM-Titel sei der Rasen des "Erzfeindes" ein "ganz schlechtes Omen", orakelte die "Bild"-Zeitung. Lehmacher und Ernst beruhigten: Die Qualität sei identisch mit der des zweiten Produzenten, einer Firma in Darmstadt.

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