WM-Macher: Göttrik Wewer, Kultur-Manager
„Ich habe Lust am Machen“

Es gibt mit Sicherheit Berufsbezeichnungen, die sich spannender anhören, als die von Göttrik Wewer. Doch der Job als Staatsrat ist in diesen Wochen abwechslungsreicher und interessanter, als es der Name vermuten lässt.

HB BERLIN. Beim Tischfußball macht ihm so schnell keiner was vor. Zu Hause in Laboe an der Kieler Förde hat Göttrik Wewer einen Kickertisch im Keller stehen, und auch in seinem Interims-Büro bei der DFB-Kulturstiftung in Berlin steht einer. Viel Zeit zum Kickern hat er allerdings nicht: Der 52-Jährige, bis vor kurzem Staatssekretär im Innenministerium, ist als Aufsichtsratsvorsitzender der Kulturstiftung mitverantwortlich für das Kulturprogramm zur Fußball-WM. Es wird von der Bundesregierung mit 30 Millionen Euro finanziert.

"Es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Geld vernünftig und sinnvoll eingesetzt wird. Und wenn die Organisatoren vor Ort bei einem Problem nicht weiterkommen, bin ich auch der Troubleshooter", beschreibt er seine Arbeit. Zu dem ehrenamtlichen Posten kam Wewer, weil er 2003 unter Innenminister Otto Schily (SPD) Staatssekretär wurde und damit unter anderem für Sport zuständig war. Im gleichen Jahr nahm auch die Kulturstiftung ihre Arbeit auf. "Das ist sozusagen qua Amt auf mich niedergeprasselt. Aber auch sonst hätte ich sofort den Finger gehoben", sagt der fußball- wie kunstbegeisterte Wewer. "Das ist ein elektrisierendes Projekt", schwärmt er. "Wie viele Leute jetzt Ideen entwickeln, das ist gigantisch. Eine solche Massenbewegung löst keine andere Sportart aus."

Nach dem Regierungswechsel verlor Wewer seinen Job im Ministerium, doch Schilys Nachfolger Wolfgang Schäuble (CDU) sah wie der DFB keinen Sinn darin, so kurz vor der WM den Aufsichtsratschef auszutauschen. Und so macht Wewer bei der Kulturstiftung weiter. Die meisten der zusammen mit Kurator André Heller aus 400 Bewerbungen ausgewählten 48 Kultur-Projekte sind ohnehin längst auf den Weg gebracht oder bereits gestartet - etwa das brasilianische Tanztheater "Maracanã", die Ausstellung "Rundlederwelten" oder die Theatersport-WM. André Hellers begehbaren WM-Globus, der durch die zwölf deutschen WM-Städte tourt, haben sich bislang rund 600 000 Menschen angeschaut.

Der in Salzgitter geborene Wewer hat Politik, Soziologie, Neuere Geschichte, Volkswirtschaftslehre und Öffentliches Recht studiert und war nebenbei Gasthörer an der Kunsthochschule - weil er mal Kunsterzieher werden wollte. Wie er das alles hinbekommen hat? "Ich bin kein Überflieger", sagt er, "aber ich bin immer sehr effizient mit meiner Zeit umgegangen. Und ich habe immer Lust am Machen gehabt." Kurz: Der Mann kann organisieren. Und er übernimmt gern Verantwortung.

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