WM-Macher: Günter Weigl, Fußball-Chef bei Adidas
Ein Leben im Zeichen der drei Streifen

Sechs Jahre lang spielte Günter Weigl für verschiedene Vereine in der bayerischen Landesliga. "Mir war aber klar, dass ich mein Geld nicht auf dem Fußballplatz verdienen kann", erinnert sich der 40-Jährige. So hängte er die Fußballstiefel an den Nagel, ging zu adidas nach Herzogenaurach und verantwortet heute als "global director of football" die wichtigste Sparte des Konzerns. Das WM-Jahr 2006, in dem adidas den Fußballumsatz erstmals auf über eine Milliarde Euro schrauben will, ist der vorläufige Höhepunkt seiner steilen Managerkarriere

HB HERZOGENAURACH. Dass es soweit kam, verdankt Weigl vielleicht seiner Mutter. Der gebürtige Oberpfälzer aus Berching wollte Maschinenbau studieren und hatte in München auch schon einen Studienplatz. "Da las meine Mutter in der Zeitung etwas über einen neuen Studiengang Sportökonomie in Bayreuth." Weigl bewarb sich mit Erfolg. Schon während des Studiums arbeitete er nebenher für Adidas. "Das war immer meine Marke."

Bei den Herzogenaurachern erhielt Weigl nach dem Studium einen Platz im Traineeprogramm für kommende Führungskräfte, durchlief diverse Abteilungen und wechselte dann ins Marketing, zunächst für für Schuhe, ab 1998 für Textil. "Dann ging es ganz schnell" - nur wenig später kam schon das Angebot für seine jetzige Position, die Weigl als "absoluten Traumjob" bezeichnet: "Es war noch keine Sekunde langweilig."

Langeweile dürfte auch in den kommenden Monaten nicht drohen, denn das Unternehmen hat für die Weltmeisterschaft ehrgeizige Ziele. Als Partner, Lizenznehmer und Ausrüster des Fußball-Weltverbands FIFA will sich Adidas als weltweit führende Fußballmarke darstellen und sämtliche Rekordmarken beim Verkauf von Schuhen und Trikots, Bällen und Fanartikeln übertreffen.

Im Dezember soll der WM-Ball vorgestellt werden - "eines der größten Geheimnisse, die wir haben". Voraussichtlich erst im Frühjahr 2006 wird die FIFA allerdings darüber entscheiden, ob der Ball zusätzlich mit einem Mikrochip ausgerüstet wird, der den Schiedsrichtern Hilfe bei kniffligen Situationen - war der Ball über der Torlinie? - geben soll. Weigl ist von dem Modell, das Adidas gemeinsam mit dem Erlanger Fraunhofer-Institut entwickelt hat, überzeugt. "Würde es nicht funktionieren, wäre das für uns wie der Elchtest für Mercedes."

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