WM-Macher: Jürgen Kießling, Sprecher der zwölf WM-Städte
Überraschend wie eine Verstauchung

HB BERLIN. Jürgen Kießling hat in seiner Karriere Triumph und Tragik des Sports sehr intensiv am eigenen Leib und bis tief hinein in die Seele verspürt. Im September 1993 brach für den obersten Sport-Beamten des Berliner Senats eine Welt zusammen, als die Hauptstadt mit ihrer Bewerbung um Olympia 2000 kläglich scheiterte. Sieben Jahre später kam auf Kießling eine neue Lebensaufgabe zu, als in Weltfußballpräsident Joseph Blatter in Zürich verkündete: "The Winner is ... Deutschland."

HB BERLIN. Seit diesem Augenblick arbeitet der Sprecher der 12 deutschen WM- Städte so viel wie noch nie und täglich oft bis spät in die Nacht für das Ziel, das Etikett des Olympia-Verlierers endgültig abzustreifen. An wichtiger Stelle will er mit allen Fasern dazu beitragen, der Welt ein erfolgreiches WM-Turnier 2006 in Deutschland zu bieten. Heute sieht sich Kießling mit seinem Team auf gutem Weg. "Deutschland und seine Hauptstadt haben eine einmalige Chance, sich und ihre Bürger der Welt in einem guten Licht vorzustellen." Die ganz besondere Dimension des Weltfestes, dazu die Eröffnungsgala und das Finale in der Hauptstadt, schaffe allerdings auch eine "sehr sehr große Verantwortung, die auf Berlin lastet", sagt Kießling.

Die Augen blitzen dabei, die Körpersprache zeigt die pure Lust an der Aufgabe und am möglichen Erfolg. "Es macht uns allen und mir einfach Spaß und Freude." Es gehe eben um viel mehr als nur um ein großes Fußball-Turnier. "Die Fußball-WM kann ein großes Stück Vertrauen in die Zukunft Berlins und des Landes bedeuten." Eine solch starke Rolle im aktiven Mittelfeld hätte sich der offensive Läufer in seinen Jugendjahren als Fußballer beim Berliner Zweitligisten Wacker 04 nicht träumen lassen. Aus dieser Zeit stammt auch sein Spitzname "Wacker", "nicht Acker", wie er spitzbübisch auf den als einstigen Stürmer "Acker" gerufenen Gerhard Schröder anspielt.

Zum zentralen "Amt" des Sprechers der 12 WM-Städte kam Kießling ganz ungewollt, als ihn DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt bei einer der ersten Städte-Tagungen kurzerhand einfach nominierte. "Etwa so überraschend, wie man sich den Fuß verstaucht", lautet sein Kommentar heute. "Anfangs waren einige wegen des Handstreichs etwas reserviert, aber inzwischen sind alle ganz froh damit."

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