WM-Macher: Jürgen Rollmann, WM-Koordinator der Bundesregierung
Aus dem „Gefängnis“ in die Politik

Früher, als er noch als Torwart in der Fußball-Bundesliga durch den Fünf-Meter-Raum hechtete, war seine Aufgabe zwar nicht einfach - dafür aber klar definiert: Den eigenen Kasten sauber halten. In seiner Karriere nach dem Fußball ist das Betätigungsfeld für Jürgen Rollmann weitaus komplexer geworden. Der 38-Jährige bündelt und sortiert Kompetenzen aus 13 Ministerien, Bundespresseamt und Bundeskanzleramt. Offizielle Berufsbeschreibung: WM-Koordinator der Bundesministerien.

HB BERLIN. Der Händedruck ist zupackend. Später schnappt sich Jürgen Rollmann einen Fußball aus einem Regal in seinem Büro im Bundesinnenministerium und lässt ihn an einer Hand durch die Luft schweben. Einmal Torwart, immer Torwart. Den festen Zugriff hat der Ex-Bundesligakeeper von Werder Bremen und vom MSV Duisburg auch an seinem neuen Arbeitsplatz in Berlin als Koordinator der Bundesregierung für die Fußball-WM 2006 nicht verlernt.

Die Fußball-Erfahrungen sind für Rollmann auf den engen Fluren im Verwaltungslabyrinth des Innenministeriums Gold wert. "Nur wenn in einer Mannschaft ein guter Teamgeist herrscht, stellen sich Erfolge ein. Das gilt im Sport wie in der Politik bei den vielen unterschiedlichen Zuständigkeiten", sagt Rollmann, der regelmäßig zu Ressortbesprechungen einlädt.

Das Motiv, sich für andere einzusetzen, Menschen und Ideen zu verbinden, zieht sich als roter Faden durch seine Karriere. Neben den sportlichen Leistungen, mit dem Höhepunkt des Europacupgewinns der Pokalsieger für Werder Bremen mit 2:0 gegen AS Monaco 1992, bewies Rollmann Solidarität mit Kollegen als Präsident der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV).

Durch eine zufällige Präsenz in Straßburg geriet Rollmann 1995 in das Zentrum eines Wirbelsturms, der den gesamten Fußball erschütterte und veränderte, als in der Folge des so genannten Bosman-Urteils die früheren Transfer-Regeln fielen. Doch auch das war nur eine Zwischenstation auf dem Karriereweg des Sportsmannes. Im Jahr 2000 wurde er Pressesprecher der bayerischen SPD. "Dadurch habe ich viele gute Einblicke in die politische Alltagsarbeit gewinnen können, über die in keinen Talkshows berichtet wird", sagt er. "Ich wollte schon immer was tun gegen Politikverdrossenheit und nicht einfach nur blind mitmeckern."

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