WM-Macher: Klaus Laepple, Präsident der Deutschen Zentrale für Tourismus
Er will das Ausnahmereignis zum Dauererfolg machen

Mehr als eine Million Fußball-Fans aus aller Welt werden im Sommer zur WM erwartet. Klaus Laepple will alles dafür tun, dass sie nicht das erste und letzte Mal in Deutschland sind.

HB FRANKFURT. Klaus Laepple ist der "Nationaltrainer" der deutschen Tourismuswirtschaft. Egal ob Katastrophen-Management bei Terroranschlägen, neue Abrechnungssysteme bei Reisebüros oder das Werben um ausländische Touristen - es gibt kaum eine Frage, bei der der 66-Jährige nicht ein gefragter Experte ist. In der Fußball-WM sieht Laepple eine Riesenchance: "Wir wollen, dass die Fußballfans als Urlauber mit ihren Familien wiederkommen", lautet sein Ziel. "Und dazu müssen wir Deutschland als offenes, freundliches Land präsentieren."

Fünf Millionen zusätzliche Übernachtungen erwartet Laepple allein durch die Weltmeisterschaft. Die Hotels und Gaststätten dürfen sich über mehrere Milliarden Euro zusätzlicher Einnahmen freuen. Damit das Ausnahmeereignis auch ein dauerhafter Erfolg wird, wirbt die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) rund um den Globus für Deutschland. Laepple ist Präsident des DZT-Verwaltungsrats - und selbst ein großer Fußball-Fan. In seiner Jugend kickte er halblinks als Stürmer bei dem kleinen Verein SV Hallschlag in der Eifel. Noch heute verfolgt er die Bundesliga und auch ausländische Ligen.

Eigentlich ist Laepple Reiseverkäufer - als Inhaber des kleinen Düsseldorfer Reisebüros Kö 27. Doch sein Engagement in den Verbänden lässt dem gebürtigen Aachener dafür nur noch wenig Zeit. Denn die Liste seiner Funktionen ist lang: Laepple ist nicht nur Präsident des DZT-Verwaltungsrates, sondern auch Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV) und Präsident des Bundesverbandes der Tourismuswirtschaft. Und so muss Laepples Reisebüro häufig auch ohne seinen Chef auskommen, wenn dieser die Tourismusbranche nach vorne boxt und zum Beispiel die "Ramschangebote" der Billigflieger als Skandal verurteilt.

Dass Laepple kämpferisch ist, zeigt schon ein Blick in dessen Jugend. Klassensprecher, Schulsprecher, AStA-Vorsitzender. Und Laepple gehört zu den wenigen, nach denen ein Urteil des Bundesgerichtshofs benannt wurde. Im Oktober 1966 hatte Laepple zu einem Studentenprotest gegen eine Preiserhöhung der Kölner Verkehrsbetriebe aufgerufen. Für einen Sitzstreik, der den Straßenbahnverkehr blockierte, kam er vor Gericht. Die Anklage lautete unter anderem auf Beihilfe zum schweren Aufruhr. Der BGH klärte in diesem Verfahren Grundsatzfragen zum Umgang mit dem Gewaltbegriff, letztlich kam Laepple unbescholten davon. Als großen Rebell sieht sich Laepple nicht. "Ich setzte mich für die Belange anderer ein", sagt er heute. "Ich war schließlich Autofahrer, mit den Verkehrsbetrieben hatte ich eigentlich nichts zu tun."

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