WM-Macher: Michael Endler, Sicherheitschef beim Landeskriminalamt
Der Schrecken der Hooligans

Privat hat er mit Fußball nicht viel am Hut. "Das war ein Grund, mir das Dezernat anzuvertrauen", sagt Michael Endler, Leiter der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) beim Landeskriminalamt in Düsseldorf. Auch für seine Mitarbeiter gelte ein Prinzip: "Wir brauchen Leute, die das Einmaleins des Fußballs kennen, aber keine Fußball-Freaks sind." Der 51-Jährige soll zusammen mit seinem Team, das für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf bis zu 150 Leute aufgestockt und in Neuss zusammengezogen wird, Gewalttätigkeiten von Hooligans mit verhindern helfen.

HB DÜSSELDORF. "Wenn am 10. Juli 2006 nur über den Weltmeister, aber nicht über die Sicherheit diskutiert wird, wäre ich zufrieden", hofft Endler. Gleichzeitig wünscht er sich, dass während der WM von "selbst ernannten Experten aus kleinsten Anlässen keine Tataren-Meldungen von marodierenden Fan-Horden" gemacht werden.

Der Polizeidirektor hat die ZIS, die 1992 im Auftrag der Ständigen Konferenz der Innenminister der Länder (IMK) ihre Arbeit aufnahm, mit aufgebaut. Nach einem gut dreijährigen Intermezzo zwischen 1999 und 2002 als Polizeichef der Stadt Euskirchen wurde er wieder zur ZIS zurückgeholt, um das WM-Projekt zu leiten. "Wir werden bei der WM rund 800 bis 1000 Informationen täglich bearbeiten", sagt Endler. Die Sammlung, Aus- und Bewertung dieses Materials über Anzahl, Anreise und Aufenthalt von Fans aus dem In- und Ausland während der WM soll zur Steuerung der Polizeieinsätze bei den 64 Spielen in zwölf Städten von Nutzen sein.

Immerhin werden etwa drei Millionen Zuschauer zur WM kommen, unter denen es gewaltbereite Hooligans geben könnte. "Das wird nur eine geringe Zahl sein. Wir werden unsere Informationen auf die Personen konzentrieren, die problematisch werden könnten", so Endler, der einst in Köln für den Schutzbereich IV und damit für die Fußball- Partien im früheren Müngersdorfer Stadion zuständig war.

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