WM-Macher: Reinhold Beckmann, Journalist
TV-Profi mit vielen Talenten

Reinhold Beckmann bringt die WM-Auslosung in die Wohnzimmer von mehreren hundert Millionen Menschen in der ganzen Welt. Dabei fürchtet er vor allem eines: Gemeinsam mit Heidi Klum über ein Kabel zu stolpern.

HB HAMBURG. Als Fußball-Experte versteht es Beckmann, was es heißt, den Ball flach zu halten. "Natürlich ist es beeinduckend, vor so vielen Zuschauern zu moderieren", sagt der 49-Jährige. "Aber offen gestanden will ich jetzt gar nicht daran denken, wie viele Menschen die Show sehen werden. Das Lampenfieber kommt noch früh genug. Mir kommt es darauf an, handwerklich gute Arbeit abzuliefern."

Bis zu 800 Millionen Menschen in 145 Ländern werden an diesem Freitag nach Expertenschätzungen bei der Auslosung der Gruppen für die Fußball-Weltmeisterschaft auf Beckmann und und seine Co-Moderatorin Heidi Klum schauen. Die 135-Minuten-Show wird aus Leipzig übertragen. "Ich hatte einen Traum", gesteht Beckmann. "In diesem Traum bin ich mit Heidi Klum zusammen während der Show über ein Kabel gestolpert. So schlecht war der Traum übrigens gar nicht."

Schwer vorzustellen, dass es in Wirklichkeit zu solch einem peinlichen Vorfall kommen könnte, denn Beckmann ist ein mit allen Wassern gewaschener TV-Profi mit vielen Talenten: Seit 1999 moderiert der frühere Premiere - und Sat.1-Sportchef einmal wöchentlich montagabends seine ARD-Talkshow, die gewissermaßen als Gütesiegel seinen eigenen Namen trägt. Eine Art Kammerspiel, ohne Publikum. Ein Format, das Ruhe ausstrahlt.

Allen Versuchen, die Sendung - wie zum Beispiel es sein alter Weggefährte Johannes B. Kerner beim ZDF getan hat - zu vervielfältigen - hat Beckmann bisher getrotzt. Stattdessen baute er sein zweites Standbein, den Sport, bei der ARD aus. Der gebürtige Niedersachse und Fan des FC St. Pauli gehört zum Team der "Sportschau"-Moderatoren und wird auch während der Fußball-WM voraussichtlich acht Begegnungen für die ARD kommentieren.

Die Idee, das Rahmenprogramm zur WM-Auslosung zusammen mit Model Heidi Klum zu präsentieren, sei ihm vom scheidenden WDR-Sportchef Heribert Faßbender "charmant empfohlen" worden, aber bei ihm und dem Model aus Bergisch Gladbach sofort auf Gegenliebe gestoßen. Auf die Ziehung der Lose haben die beiden zwar keinen Einfluss, dies bleibe Sache des Weltfußballverbandes, aber die Spannung sollen Klum und Beckmann im Gespräch mit Gästen wie Jürgen Klinsmann oder Zauberer Hans Klok anheizen.

Die 32-jährige Heidi Klum, verheiratet mit US-Sänger Seal und Mutter von zwei Kindern, muss sich mit dem Thema Fußball noch vertraut machen. Im Stadion war sie selten bislang. "Seal hat beim Eröffnungsspiel des FIFA WM-Stadions München gesungen, da habe ich ihn begleitet", sagte sie in einem Interview auf der Internetseite Fifaworldcup.com. "Aber das war ja dann nur ein Freundschaftsspiel, das zählt irgendwie nicht richtig, oder?". Zum WM-Finale würde Heidi Klum, die eine gewisse Schwäche für den Portugiesen Luis Figo nicht verhehlen kann, aber gerne gehen - mit Deutschland? "Wir sind doch ganz gut, also warum nicht?"

Und wer wird in Reinhold Beckmanns Augen Weltmeister? Die Niederländer würden stark auftrumpfen, meint er, sich am Ende aber vermutlich wieder nicht durchbeißen können, Brasilien gehöre natürlich zum Kreis, und die Engländer begegneten wieder ihrem Trauma, dem Ausscheiden nach einem Elfmeterschießen, und am Ende stehe auf alle Fälle Deutschland wieder im Finale.

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