WM-Macher: Rolf Milser, Hotelier aus Duisburg
Die Betten gaben den Ausschlag

Falls die italienischen Kicker auf dem Weg zum WM-Titel stolpern sollten, dürfte intensivst nach den Gründen für das Ausscheiden geforscht werden. Eins ist jetzt aber schon sicher: An den Betten hat es dann mit Sicherheit nicht gelegen.

HB DUISBURG. Die Matratzen seien besonders wichtig, sagt Rolf Milser. "Die weichen Dinger aus Amerika können Sie vergessen", meint der 54 Jahre alte ehemalige Weltklasse-Gewichtheber, der es wissen muss. Als aktiver Sportler übernachtete Milser, dessen größter Erfolg 1984 die Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles war, oft in Hotelbetten.

Seit knapp neun Jahren führt der Duisburger in seiner Heimatstadt das Vier-Sterne-Hotel "Landhaus Milser" und landete nun den großen Coup. Die Auswahl Italiens wird während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bei ihm Quartier beziehen. Ausschlag gebend für den Zuschlag seien die Matratzen gewesen. "Hochwertige italienische Ware, die ich persönlich mehrfach getestet habe", sagt Milser. Auch Marcello Lippi, Nationaltrainer der "Squadra Azzurra", der neulich für drei Nächte zur Probe lag, habe himmlisch darauf geschlafen. Sein Star-Team um Francesco Totti soll zum vierten Mal die WM gewinnen.

Für Milser und die Stadt Duisburg ist die Zusage der Italiener der große Wurf. "Mehr geht nicht, zum weltgrößten Ereignis kommt einer der Top-Favoriten", sagt Milser, dessen Hotel ganz im italienischen Flair eingerichtet ist. Neben den Matratzen stammen auch alle Möbel direkt aus Italien, im Restaurant arbeiten fünf italienische Köche. "Die Fußballer werden denken, sie seien daheim", meint der Hotelier, der vor zehn Jahren das Metier wechselte.

"Mensch Rolf, ich muss was anderes machen", habe er zu sich selbst gesagt. Dann löste er sein mit Hanteln erstemmtes Privatvermögen auf, verkaufte zwei Häuser und baute mit Hilfe seines Kompagnons Toni Pelle, einem Italiener, auf einer Wiese im Duisburger Süden sein schmuckes Landhaus. "Es war ein Risiko. Früher grasten hier Kühe, jetzt kommen Welt-Stars", sagt Milser und verweist auf seine Gästeliste, die von Rudi Assauer bis Ulrike Meyfarth reicht. Im Mai 2004 logierte zum Champions-League-Finale der AS Monaco mitsamt der Grimaldi-Familie um den nun verstorbenen Fürsten Rainier bei ihm. "Kontakte schaden nur dem, der sie nicht hat", meint Milser.

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