WM-Macher: Stephan Althoff, WM-Manager der Telekom
An den Ausfall der Telefonleitung will er nicht denken

Den Fans fallen während der Weltmeisterschaft wahrscheinlich nur Werbespots und Stadionbanden der Deutschen Telekom ins Auge. Doch das Bonner Kommunikationsunternehmen ist bei dem Großereignis noch an ganz anderen Ecken vertreten.

HB BONN. In seinem Büro schmückt ein überdimensionales Fußball-Plakat des FC Bayern die Wand in der Besucherecke. Oliver Kahn, Giovane Elber und andere Bayern-Größen haben sich dort verewigt. "Das ist mindestens drei Jahre alt, hat einmal auf der CeBIT gehangen", sagt Stephan Althoff. Die Telekom-Tochter T-Com ist Sponsor des Münchner Bundesliga-Clubs. Mit Fußball hat der 44- jährige ehemalige Journalist in diesen Tagen dienstlich nicht nur wegen des FC Bayern zu tun. Althoff ist sozusagen der WM-Macher der Deutschen Telekom: In seinem Bonner Büro laufen die Fäden über alle Aktivitäten des rosa Riesen in Sachen Fußball-WM zusammen.

Konzernchef Chef Kai-Uwe Ricke hatte die WM schon vor zwei Jahren zu einem Ereignis von höchster Priorität erklärt - nach dem Motto: "Wir müssen eine gute Visitenkarte abgeben." Denn die Telekom ist nicht nur einer der drei deutschen globalen Partner des Welt- Fußballverbands Fifa mit den entsprechenden internationalen Werberechten. In großen Teilen zeichnen die Bonner auch verantwortlich für die Bereitstellung der Infrastruktur, nämlich die Ausrüstung und Vernetzung der Stadien und Pressezentren. Angefangen von Mobilfunkantennen, über DSL- und WLAN-Anschlüsse bis zu Ticketing-Lösungen und Verkehrsleitsystemen.

"Die gesamten Aktivitäten der Telekom bei diesen Themen zusammenführen", so umschreibt Althoff seinen derzeitigen Job. Dabei deckt das Unternehmen bei der WM praktisch das gesamte Leistungsspektrum des Konzerns ab. Der studierte Betriebswirt, der 1993 gemeinsam mit dem heutigen Kommunikationschef Ulrich Lissek von der Tageszeitung "Die Welt" zur Telekom kam und dort inzwischen für Sponsoring und Kommunikationsplanung verantwortlich ist, nennt drei Ziele: Umsatz und Gewinn generieren, national und international Image und Renommee festigen sowie die Mitarbeiter motivieren. Insgesamt plant die Telekom durch ihre Aktivitäten rund um die WM Umsatzerlöse im Volumen von 250 Millionen Euro. "Davon bleibt auch etwas in der Kasse hängen", sagt Althoff. Rund 100 Millionen Euro seien bereits im reinen Großkundengeschäft erwirtschaftet worden.

Derzeit fährt die Telekom das WM-Projekt mit einem Team von 20 Leuten. Hinzu kommen rund 300 Mitarbeiter in den einzelnen Geschäftsbereichen, die sich teilweise dem prestigeträchtigen Ereignis widmen. Mit dem Anstoß des Eröffnungsspiels am 9. Juni werden Althoff zufolge noch 1000 Techniker hinzu kommen, die dann vier Wochen in den Stadien im WM-Einsatz sind. "Eine unserer Hauptaufgaben wird sein, ständig zu prüfen, dass alles auch funktioniert". An einen GAU wie dem Ausfall von Telefonverbindungen will er gar nicht erst denken. Aber Risiken seien niemals auszuschließen. "Wir haben für alle Eventualitäten die entsprechenden Pläne ausgearbeitet."

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