WM-Medienzentrum eröffnet
Für einen Monat der Nabel der Welt

Die Fußballweltmeisterschaft 2006 wird auch medial ein Großereignis: Über 2000 Journalisten werden sie bis in den letzten Winkel der Erde übertragen. Für vier Wochen wird das WM-Medienzentrum auf dem Messegelände München so zum Nabel der Welt werden. Ein Blick hinter die Kulissen.

MÜNCHEN. Er hat Deutschland bereist, den ganzen langen Winter, sagt Alberto Lati. "Ja die Deutschen arbeiten hart und Bayern ist besonders schön", antwortet der mexikanische Fernsehreporter artig in die Mikrofone seiner deutschen Kollegen. Monatelang war er mit seinem Kameramann unterwegs, um seinen Landsleuten die Stätten künftigen Ruhms zu zeigen. Mexiko sieht sich schließlich als einer der Titelfavoriten bei der WM. Ganz unbescheiden haben die Mexikaner auch das größte Fernsehstudio im Medienzentrum angemietet. 950 Quadratmeter Mexico in München, mit eigener Küche.

Lati ist die Vorhut, einer von geschätzten 2000 Journalisten, die aus dem "International Broadcasting-Center" (IBC) auf dem Münchener Messegelände die Fußballweltmeisterschaft bis in den letzten Winkel der Erde übertragen werden. 96 Mill. Euro haben sich Messe und Organisationskomitee den Ausbau der drei Messehallen kosten lassen. Seit diesem Wochenende ist das mediale Herzstück der WM in Betrieb.

Das IBC ist vor allem das Verteilzentrum der Bilder, die aus den zwölf WM-Stadien nach München geliefert werden. Denn in den Stadien stehen nur Kameras des Fifa-Partners HBS. 250 Fernsehstationen stöpseln sich dann zu und übertragen die Spiele in 200 Länder. Erstmals bei einer solchen Großveranstaltung übernehmen Internet- und Handydienste das Signal.

Praktisch, gemütlich, umweltfreundlich

Praktisch und gemütlich sollen es die Fernsehleute haben. Die Studiolandschaft auf 10 000 Quadratmetern wurde komplett aus wiederverwertbarem Kiefernholz gefertigt. Das ist umweltfreundlich, hat aber ein totales Rauchverbot zur Folge - das gilt auch für Verlängerung und Elfmeterschießen. Eine leistungsfähige Klimaanlage soll gewährleisten, dass niemand sein Handtuch auf dem Saunagehölz ausbreiten muss. Gearbeitet wird gleichwohl im Schichtbetrieb. Der mexikanische Sender Televisa will jeden Tag 24 Stunden aus München berichten.

Freundlich auch die Farben: In grün und gelb hat man die Relax-Bereiche gekleidet, auch hier keine Aschenbecher. Absoluter Höhepunkt in Halle C2: ein original bayerischer Maibaum, vor zehn Metern handbemaltem Alpenpanorama samt Allgäuer Kunstrasen. Kurzfristig buchbar für alle Fernsehstationen.

"Ich bin gut vorbereitet, ich komme gerade vom Friseur", sagt Franz Beckenbauer simultan übersetzt auf der ersten offiziellen Pressekonferenz im IBC vor zwei Dutzend Kamerateams.

Zweite Neuigkeit: In allen zwölf WM-Stadien kann der neue Rasen wegen des guten Wetters planmäßig ausgerollt werden. Die Mexikaner erreicht die gute Kunde durch das Frühstücksfernsehen.

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