WM-Organisation
Brasilien bangt um die Fußball-WM 2014

Unlängst sorgte Fifa-Präsident Joseph Blatter mit seiner Kritik am Zustand der brasilianischen Stadien beim brasilianischen Fußballverband CBF für Verunsicherung. Dieser sprach sich nun für einen Neubau der für die WM in Frage kommenden Stadien aus - Das würde das Aus für das altehrwürdige Maracana bedeuten.

SAO PAULO. Noch vier Wochen sind es bis zum Anpfiff der WM in Deutschland und Brasilien bereitet sich selbstbewusst auf die Titelverteidigung vor. Die meisten Einwohner des größten südamerikanischen Landes und die lokalen Medien gehen davon aus, dass der "Hexa" ihr sechster WM-Triumph kaum zu nehmen sein wird. Mitten in diese Vorfreude platzte eine Meldung, die den zweiten großen Traum des fußballverrückten Landes, die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 im eigenen Land, in Frage stellen könnte.

Es galt als sicher, dass Brasilien nach 64 Jahren wieder eine WM organisieren darf. Nun sorgte ein Interview mit Fifa-Chef Joseph Blatter für Verunsicherung. "Ich glaube nicht, dass Brasilien ein WM-taugliches Stadion hat", sagte der Fifa-Chef. Man könne zwar sicher einige der Arenen für ein solches Ereignis ausbauen, aber bis dahin müsse noch sehr viel getan werden. Der Weg bis zur Anerkennung Brasiliens als WM-Austragungsort sei lang. Auch der Rekordweltmeister müsse die strengen Vorgaben der Fifa erfüllen.

Bislang gingen alle Experten davon aus, dass Brasilien einziger südamerikanischer Kandidat für die WM 2014 sein würde. Daher sorgte der Hinweis Blatters für Unruhe, denn auch eine gemeinsame Austragung der WM in Argentinien und Chile wäre denkbar. Der Hintergrund für Blatters Aussage dürfte sein, dass mit Ausnahme Brasiliens alle anderen Länder der Region zu klein sind, um ein solches Mega-Event allein stemmen zu können. Sollte sich daher kein "Latino" südlich des Panama-Kanals als geeigneter WM-Austragungsort finden, sagte Blatter im "Estado de São Paulo", müsste man die Weltmeisterschaft eben nach Nordamerika vergeben. Zudem kursierten in der Lokalpresse Gerüchte, auch England könne nach dem Zuschlag für die olympischen Spiele 2012 in London auf den Geschmack gekommen sein und sich als Gegenkandidat positionieren.

Die Warnungen Blatters kamen jedoch nicht unerwartet. So laufen zum Beispiel auch die Vorbereitungen für die im kommenden Jahr in Rio de Janeiro stattfindenden Panamerikanischen Spiele nicht reibungslos ab. Der ehemalige Manager des Bundesligisten Bayer Leverkusen, Rainer Calmund, hatte bereits im Juli vergangenen Jahres im Rahmen der deutsch-brasilianischen Wirtschaftstage in Fortaleza die brasilianischen Gastgeber zur Eile gemahnt. Die ganze Welt wolle eine WM in Brasilien sehen. Doch die sportliche Infrastruktur des Landes sei im Gegensatz zum Potenzial der Sambakicker unterdurchschnittlich.

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