WM-Qualifikation
Heftiger Disput überschattet DFB-Sieg in Wales

Schwarz-Rot-Gold ist zurück in der Erfolgsspur, aber mehr als eine Pflichterfüllung war auch der zweite Sieg beim Frühlingsdoppelpack in der WM-Qualifikation für Südafrika nicht. Für weit mehr Gesprächsstoff als Ergebnis und Leistung sorgte ein heftiger Disput im DFB-Team während der laufenden Partie zwischen Kapitän Michael Ballack und Lukas Podolski.

HB CARDIFF. Mit einem am Ende ungefährdeten 2:0 (1:0) gegen Wales hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch in Cardiff die Tabellenführung in der Qualifikationsgruppe vier gefestigt und marschiert ohne großen Glanz weiter auf direktem Weg zur Weltmeisterschaft 2010. Ein schneller Treffer von Michael Ballack (11.) und ein vom nun schon seit 14 Spielen und 733 Minuten auf einen Treffer im Nationaltrikot wartenden Mario Gomez provoziertes Eigentor durch Ashley Williams (48.) sorgten vor 26 000 Zuschauern im Millennium-Stadion für klare Verhältnisse. Dass die Gäste nicht noch in Bedrängnis kamen, lag an den harmlosen Walisern, die mit der Niederlage ihre letzte WM-Chance verspielten. Während die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw die Qualifikation erst am 12. August in Baku gegen das von Berti Vogts trainierte Team von Aserbaidschan fortsetzt, können die Russen den Rückstand am 10. Juni in Finnland aber verkürzen. Die möglicherweise entscheidende Partie in Russland um den Gruppensieg steigt am 10. Oktober.

"Im Endeffekt sind wir froh über die sechs Punkte, spielerisch ist noch viel Luft nach oben", fasste Ballack die 180 Minuten gegen Liechtenstein und Wales zusammen. "Wir sind in der Qualifikation absolut im Soll", bilanzierte auch Bundestrainer Joachim Löw insgesamt zufrieden die Ausgangsposition in der Gruppe bei vier Punkten Vorsprung vor Russland. Er bemängelte allerdings das fehlende Tempo in den zweiten 45 Minuten: "Wir hätten noch etwas nachsetzen können." Der jetzt seit 733 Minuten im DFB-Trikot erfolglose Gomez war froh, am zweiten Treffer wenigstens beteiligt gewesen zu sein: "Es war ein Tor, egal wie. Vielleicht soll es beim nächsten Spiel sein."

Podolski wird handgreiflich

Für mehr Diskussionen nach dem Schlusspfiff als die Leistung der DFB-Auswahl über 90 Minuten sorgte eine Szene in der 67. Minute: Auf dem Rasen hatten sich Kapitän Michael Ballack einen heftigen Disput mit Teamkollege Lukas Podolski geliefert, der beinahe eskaliert wäre, als der künftige Kölner auf eine lautstarke taktische Anweisung Ballacks mit einer unwirschen Handbewegung reagierte.

Ballack kritisierte Podolskis Verhalten nach der Partie deutlich: "Das ist eine Situation, die passiert öfter auf dem Platz. Es gibt taktische Sachen, die ich als Kapitän ansprechen muss. Wenn er anderer Meinung als der Kapitän ist, können wir das nach dem Spiel klären, aber auf dem Platz hat er erstmals das zu machen. Er war leider anderer Meinung; und dann noch handgreiflich zu werden ist nicht schön", sagte Ballack und kündigte noch eine nächtliche Aussprache mit Podolski an. "Er hat noch viel zu lernen, er ist noch ein junger Spieler." Welche Worte genau fielen, "bleibt intern", betonte Ballack.

Podolski gab sich deutlich wortkarger: "Ich bin einer, der Emotionen zeigen kann. Solche Dinge werden intern geklärt", meinte der Stürmer. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hoffte, dass die Sache schnell vom Tisch ist. "Das werden wir noch mal diskutieren, aber es wird wohl keine weiteren Folgen haben", erklärte Bierhoff.

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