WM-Qualifikation
Tragödie statt Fußball-Fest: 22 Tote in Afrika

Knapp 15 Monate vor der ersten WM in Afrika hat eine erneute Stadiontragödie auf dem schwarzen Kontinent mit mindestens 22 Toten Bestürzung ausgelöst und den Fußball-Weltverband auf den Plan gerufen.

dpa NAIROBI. Noch vor dem Anpfiff des WM-Qualifikationsspiels zwischen dem westafrikanischen Gastgeber Elfenbeinküste und Malawi kam es zu einer Massenpanik, als tausende Fans versuchten, trotz fehlender Eintrittskarten noch in das bereits ausverkaufte und völlig überfüllte Houphouet-Boigny-Stadion in Abidjan zu gelangen.

"Ich möchte mein großes Bedauern ausdrücken und der Fußballgemeinschaft der Elfenbeinküste sowie den Familien und Freunden nach den tragischen Todesfällen unser Beileid aussprechen", erklärte Fifa-Präsident Joseph Blatter in einer Mitteilung. Mehr als 130 Personen wurden verletzt, nach anfänglich 19 Toten erhöhte sich die Zahl nach Behördenangaben auf 22.

Der Weltverband forderte umgehend einen vollständigen Bericht des nationalen Verbandes und der lokalen Behörden zu dem Unglück an, um das Geschehene bewerten zu können. Dann könne auch entschieden werden, ob weitere Maßnahmen zu ergreifen sind, um solche Unglücke künftig zu verhindern. Der Premierminister der Elfenbeinküste berief laut State TV eine Sondersitzung des Kabinetts ein.

Das Organisationskomitee der WM vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 schloss in einer ersten Reaktion ähnliche Vorfälle für das Endrundenturnier aus. Probleme, die in Afrika oft zu einer Massenpanik führten, würden bei der WM kein Thema sein, versicherte Komitee-Sprecher Danny Jordaan in Johannesburg. In Afrika würden viele Fans ihre Eintrittskarten erst kurz vor Spielbeginn am Stadion kaufen. Dabei könne die ungeduldige Menge eine Panik verursachen. Bei der WM müssten Tickets aber schon im Vorfeld gekauft werden. Menschen ohne Karten sollen bereits Kilometer vor dem Stadion gestoppt werden.

Bevor sich die Tragödie in Abidjan ereignete, hatten Fans ihren Kickern schon am Nachmittag zugejubelt. Allen voran Chelsea-Stürmer Didier Drogba, dem Idol der Afrikaner über die Grenzen der Elfenbeinküste hinaus, der die Anhänger in Scharen anlockte. „Wir sind alle so traurig über das, was passiert ist, und können den Familien und Freunden derer, die gestorben sind, nur unser Beileid aussprechen“, erklärte Drogba. Augenzeugen und Überlebende berichteten, Polizisten hätten gegen ein Schmiergeld auch Fußballfans ohne Eintrittskarten noch ins Stadion gelassen.

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