WM-Qualifikation
Trainer in Not: Beenhakker & Co bangen um Job

Während Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel ihr Fernduell auf sicherem Posten fortsetzen können, schlägt einigen namhaften Kollegen in der WM-Qualifikation womöglich die letzte Stunde auf der Trainerbank.

dpa HAMBURG. Nach schwachen Ergebnissen in der Ausscheidung zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika steht neben dem Franzosen Raymond Domenech, dem Portugiesen Carlos Queiroz und dem Rumänen Victor Piturca nun auch der niederländische Polen-Coach Leo Beenhakker auf der Kippe. Dagegen freut man sich in Italien auf ein Wiedersehen mit Giovanni Trapattoni: Mit Irland fordert der "Maestro" in Bari seine einstigen Asse der "Squadra Azzurra" heraus.

Nach der 2:3-Blamage in Nordirland ist Beenhakker, der die Polen noch mit Bravour zur WM 2006 und zur EM 2008 geführt hatte, nun aber in Gruppe drei auf Rang fünf abstürzte, schwer unter Druck geraten. Nach übereinstimmenden Zeitungsberichten könnte der 68- Jährige schon nach dem Heimspiel gegen San Marino am 1. April gefeuert werden. Noch am Tag vor dem Spiel wollte sich die Verbandsspitze zur Plenarsitzung treffen - Ausgang offen. Fest steht dagegen, dass nach seinem bösen Patzer in Belfast Artur Boruc eine Denkpause erhält. Beenhakker schickte den langjährigen Stammkeeper zu seinem Club Celtic Glasgow zurück. Lukasz Fabianski (FC Arsenal) wird ihn wohl ersetzen.

Heikel ist die Lage für Queiroz. Der Coach Portugals (7 Punkte) muss tatenlos zusehen, wie in Gruppe 1 Spitzenreiter Dänemark und Verfolger Ungarn (je 10) in Heimspielen gegen die "Zwerge" Albanien bzw. Malta ihren Vorsprung wohl locker ausbauen können. Für Queiroz selbst stand das an sich bedeutungslose Testspiel in Lausanne gegen WM-Gastgeber Südafrika an, dessen Ausgang aber als richtungsweisend für die Zukunft des Trainers angesehen wird. "Der Druck ist immer groß und eine Inspiration für uns alle", sagte der 56-Jährige, der schon einmal nach Verpassen der WM 1994 als Chef der portugiesischen Landes-Auswahl gefeuert worden war.

Während Domenech nach Frankreichs Pflicht-"Dreier" in Litauen und dem fest eingeplanten Heimsieg im "Rückspiel" als dann Zweiter der Gruppe sieben beruhigter in die Zukunft sehen könnte, kämpft Piturca mit dem Gruppen-Fünften Rumänien in Österreich um die letzte WM-Chance. "Uns hilft nur ein Sieg", sagte der Coach zum Match in Klagenfurt. Auf Schützenhilfe darf er aber kaum hoffen, denn beim punktgleichen Austria-Team strebt Dietmar Constantini einen erfolgreichen Wieder- Einstand an. "Drei Punkte", nannte der Brückner-Nachfolger als Ziel, der Österreich zuvor schon zweimal verantwortlich betreut hatte.

Während Rehhagels Griechen (gegen Israel) und Hitzfelds Schweizer (gegen Moldawien) ihren Heimvorteil nutzen und ihre Doppelführung (je 10) auszubauen gedenken, will Trapattoni seine Italiener weiter ärgern. Der Weltmeister führt die Gruppe acht mit 13 Zählern an, doch der unter "Trap" erstarkte Verfolger Irland (11) ist bisher nicht abzuschütteln. "Wir können in Bari gewinnen", betonte Trapattoni, der "nur bei der Nationalhymne Emotionen zeigen" und dann ein erbitterter Gegner Fußball-Italiens sein will. "Azzurri"-Coach Marcello Lippi fürchtet gar einen üblen Aprilscherz des erfahrenen "Maestro", den er sehr schätzt: "Er war das Vorbild unserer Generation und mit seinen 70 Jahren hat er immer noch den Enthusiasmus eines kleinen Jungen."

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