WM-Quartier: Brasilien und
Bloß kein Geiz: Brasilien bucht gleich drei Hotels

Wenn sich die Brasilianer in ihrer Vorrundengruppe behaupten, ziehen sie vom Taunus nach Bergisch Gladbach. Doch in der Heimatstadt von Heidi Klum sind die Künstler-Kicker während der WM nicht die einzigen Gäste.

HB BERGISCH-GLADBACH. Als zweite Station ihrer Deutschland-Tour haben sie sich Bergisch-Gladbach ausgesucht, die Heimat von WM-Glücksfee Heidi Klum. Die Elf-Tage-Visite der Brasilianer kommt allerdings nur zustande, wenn der hohe Favorit wie erwartet den Sieg in der Gruppe F erringt. Dann könnte Bergisch Gladbach die einzige Stadt sein, in der gleich zwei WM-Teams logieren. Denn keine vier Kilometer entfernt quartieren sich die Südkoreaner ein. "Dass wir gleich zwei Teams beherbergen sollen, ist eine große Herausforderung", sagt Bürgermeister Klaus Orth. "Aber die nehmen wir natürlich gerne an."

Nach ihrem dritten Vorrundenspiel am 18. Juni will die Selecao ihr Domizil im Taunus verlassen und ins Schlosshotel Lerbach am Stadtrand von Bergisch Gladbach wechseln. In der abgeschiedenen Fünf-Sterne-Herberge wollen sich die Brasilianer auf ihr Achtelfinale in Dortmund vorbereiten. Da trifft es sich gut, dass der 28 Hektar große Privatpark nur über schmale Zugangsstraßen zu erreichen und nach außen hin relativ leicht abzuriegeln ist.

Die imposanteste Immobilie der Stadt haben sich allerdings nicht die Brasilianer, sondern die Außenseiter aus Südkorea ausgesucht: Im Gegensatz zum Schlosshotel Lerbach, das erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet wurde, ist das Grandhotel Schloss Bensberg ein echt barocker Schmuckkasten aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Die brasilianischen Fußballzauberer und ihr etwa 50-köpfiges Gefolge aus Betreuern und Offiziellen kennen die märchenhaft eingerichteten Zimmer im Lerbacher Schloss schon vom Confederations-Cup im vergangenen Jahr. Auch mit der erlesenen Küche sind sie schon vertraut: Kein geringerer als der Drei-Sterne-Koch Dieter Müller rührt in den Lerbacher Kochtöpfen. Eine Tisch-Reservierung in seinem Feinschmecker-Lokal könnte für Fans die einzige Möglichkeit sein, den Titelverteidigern nahe zu kommen. Denn trotz des zu erwartenden Belagerungszustandes rund um das Schloss bleibt sein Restaurant für angemeldete Besucher geöffnet.

Bei ihren Trainingseinheiten wollen die Brasilianer dagegen unter sich sein. "Ihr öffentliches Training absolvieren sie leider schon während der Vorrunde, so dass wir vielleicht leer ausgehen", sagt Torsten Wolter, Sprecher des Rheinisch-Bergischen Kreises. "Aber bei der spontanen Art der Brasilianer kann es gut sein, dass es plötzlich heißt: Wieso stehen die Leute alle draußen vor dem Zaun? Lasst sie rein!" Zwar ist im Stadion an der Paffrather Straße nur der Verbandsligist SSG 09 zuhause. "Trotzdem können wir bis zu 10.000 Fans unterbringen", sagt Wolter.

Seinen Besuchern präsentiert sich die 110.000-Einwohner-Stadt als Großstadt im Grünen: "Tor zum Bergischen Land" und "Balkon zur Rheinebene" wird Bergisch Gladbach aufgrund seiner besonderen geographischen Lage genannt. Fans können alle 56 Spiele in einem improvisierten Stadion mit rund 1.000 Plätzen verfolgen.

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