WM-Quartier: Brasilien/Vorrunde
Für Ronaldinho und Co. wird sogar das Abitur verlegt

Königstein ist ein beschauliches Örtchen mit 16 000 Einwohnern in der Nähe von Frankfurt. Doch während der Weltmeisterschaft hat die Beschaulichkeit in der hessischen Stadt ein Ende.

HB KÖNIGSTEIN. Zum Betreten seiner Kirche braucht Pfarrer Lothar Breidenstein ab dem 5. Juni einen Passierschein. Schon vor Beginn der Fußball-WM liegt die Martin-Luther-Kirche im Königstein im Taunus in einer streng bewachten Sicherheitszone. Nur wenige Meter entfernt residiert ab dem 5. Juni der amtierende Weltmeister, die brasilianische Nationalmannschaft.

Während Ronaldo, Adriano und Ronaldinho sich in aller Ruhe auf ihr erstes Spiel vorbereiten sollen, herrscht im Rest von Königstein Ausnahmezustand. "Ich hoffe, dass das für alle Beteiligten zumutbar sein wird", seufzt Breidenstein. Es gebe durchaus kritische Stimmen in der Bevölkerung, wenn auch keine breite Ablehnung des Besuchs, erklärt der evangelische Geistliche: "Die Polizei ist bemüht, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten."

Die Lage des von den Brasilianern gewählten Kempinski Hotels im Ortsteil Falkenstein ist schlicht traumhaft. Das ehemalige Sanatorium liegt in einem weitläufigen Park. Von der Terrasse schweift der Blick über die südlichen Taunushänge bis nach Frankfurt am Main. In der Hotel-Crew herrscht gespannte Erwartung. "Es ist eine Riesenfreude und eine Ehre, den amtierenden Weltmeister zu begrüßen", sagt Hotelchef Cyrus Heydarian. Für die Brasilianer war wohl vor allem die Verkehrslage entscheidend. Im Grünen, abseits der Großstadt und doch in der Nähe des Frankfurter Flughafens zu sein, sei für den Weltmeister bei der Wahl ausschlaggebend gewesen, erklärt Jörg Pöschl, Vorsitzender des örtlichen Fußballvereins TSG Falkenstein und in den vergangenen Jahren treibende Kraft hinter der Bewerbung Königsteins als WM-Quartier.

Doch auch wenn Flughafen, Autobahnen und ICE-Strecken in nächster Nähe sind; die Verkehrssituation in Königstein selbst ist alles andere als einfach. Täglich quälen sich Tausende Pendler durch die 16.000-Einwohner-Stadt Richtung Frankfurt oder Bad Homburg. Der zentrale Verkehrsknotenpunkt, der Königsteiner Kreisel, ist derzeit eine Baustelle. Noch prekärer ist die Lage in Falkenstein selbst. Nur zwei enge Zufahrtstraßen führen in den Ortsteil mit seinen rund 3.000 Einwohnern.

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