WM-Quartier: Deutschland
Mit Kiwi-Saft zum WM-Titel

Sollte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM frühzeitig scheitern, kann dies viele Gründe haben: die falsche Taktik oder Aufstellung, Pech mit den Schiedsrichtern und, und, und. Nur am Hotel hat es dann mit Sicherheit nicht gelegen.

HB BERLIN. Ein geschnitzter Löwe thront am Treppenaufgang, rote Seidentapeten zieren die Wände, beim Blick entlang der mächtigen Säulen an die hölzerne Kassettendecke kann einem schwindelig werden: Die Eingangshalle des Schlosshotels im Grunewald mit ihren stilvoll abgewetzten Sofas erinnert an herrschaftliche Zeiten. Ab dem 5. Juni werden in dem Fünf-Sterne-Hotel junge Männer mit Gelfrisuren und Badelatschen über die kostbaren Teppiche schlurfen, denn die deutsche Fußball-Nationalelf hat die nach eigenen Angaben "feinste Adresse Berlins" komplett als Quartier während der Weltmeisterschaft gebucht.

Das Schlosshotel liegt in einer ruhigen Seitenstraße in einem Villenviertel. Mit nur 54 Zimmern ist das denkmalgeschützte Gebäude, das 1912 als herrschaftliches Privatpalais im französischen Stil erbaut wurde, ziemlich übersichtlich. Die eleganten Suiten dürften wohl gerade für den 23-köpfigen Kader, den Trainerstab und die wichtigsten Vertreter der sportlichen Leitung reichen.

In den Zimmern erwartet die vom Training oder Spiel ermüdeten Kicker ein zirka ein Meter hohes Bett, auf dem gleich sechs Kissen liegen. Ein beleuchteter Schrank sowie wappenverzierte Bademäntel und Frotteepantoffeln im Badezimmer aus Marmor gehören in einem Luxushotel der höchsten Kategorie zum Standard. Die am einfachsten ausgestatteten Zimmer sind für knapp 170 Euro pro Nacht zu haben; für ein Doppelzimmer muss man mindestens 200 Euro hinblättern. Dass die Inneneinrichtung komplett vom Modedesigner Karl Lagerfeld konzipiert wurde, dürfte die Fußballer angesichts extrem kitschiger Romantik-Ölschinken an den Wänden wohl überraschen.

Den von Säulen umrahmten und von unter Wasser beleuchteten "großzügigen" Pool im Untergeschoss sollte der Kader besser schichtweise besuchen, denn bei nur rund 15 Metern Länge könnte es beim Plantschen eng werden. Gleiches gilt für die Sauna: Hier steht man sich schon im Weg, wenn vier Personen gleichzeitig schwitzen und duschen wollen. Gemütlich ist es im Wellnessbereich, zu dem auch ein Beautybereich mit Massageabteilung gehört, aber allemal: Auf den gusseisernen Liegen rings um den Swimmingpool kann man wunderbar entspannen; das Personal reicht auf Wunsch mundgerecht geschnittene Ananasstücke und Mineralwasser.

Wenig überraschend ist, dass der ebenfalls übersichtliche Fitnessbereich den professionellen Ansprüchen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann und seinen amerikanischen Fitnesstrainern nicht genügte. Aber der DFB hat schon vorgesorgt: Auf dem nahe gelegenen Gelände des Tennisclubs Blau-Weiß lässt Teammanager Oliver Bierhoff bis zum Juni eine ganze Tennishalle mit Kraftmaschinen, Laufbändern und Crosstrainern ausstatten.

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