WM-Quartier: Japan
Profi-Fußballer statt Politik-Prominenz

Mit internationalen Gästen kennt man sich in Bonn bestens aus. Schließlich war die Stadt am Rhein mehr als vier Jahrzehnte Bundeshauptstadt und zudem bis 1999 Regierungssitz. Statt politischer Prominenz sind in diesem Sommer nun die kickenden Stars zu Gast.

HB BONN. Tiefblau dürfte während der Fußball-Weltmeisterschaft in Bonn häufiger zu sehen sein: In der ehemaligen Bundeshauptstadt schlägt während des Turniers die japanische Nationalmannschaft ihr Quartier auf - deren Trikotfarbe soll sich auch in der Stadt an verschiedenen Stellen wiederfinden. "Den Fußballern stehen in Bonn ausgezeichnete Trainingsorte zur Verfügung", sagte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann, "und wir werden alles tun, damit sie sich hier wohl fühlen".

Die Gastgeber hoffen, dass die zum 26. Mai in der deutschen UN-Stadt erwarteten Sportler sich auch abseits des Sports umsehen. "Der Rhein, viele Museen, das nahe Siebengebirge erwarten sie", sagt Dieckmann. Zur Kulturlandschaft der Stadt gehört die Museumsmeile mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und dem Haus der Geschichte. Das Rheinische Landesmuseum in der Innenstadt wird während der WM zum Medien- und Fan-Zentrum.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind unter anderem das Bonner Münster und das Geburtshaus Ludwig van Beethovens. An die Zeit als Bundeshauptstadt erinnern unter anderem das alte Bundeshaus am Stresemannufer und das nach dem früheren Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier "Langer Eugen" genannte Abgeordnetenhochhaus. Beide Gebäude beherbergen heute Einrichtungen der Vereinten Nationen.

Übernachten werden die Japaner im Hilton am Rheinufer, trainieren wollen sie im Stadion im Sportpark Nord, der mit einer Fläche von 160 000 Quadratmetern größten Sportanlage der Stadt. Hier trägt normalerweise der Oberligist Bonner SC seine Heimspiele aus. "Wir werden den Rasen bis zum Eintreffen der Japaner noch schöner machen, als er jetzt schon ist", hatte die Oberbürgermeisterin sofort nach der Zusage der Mannschaft versprochen.

Schon während der Karnevalstage im Februar hat das japanische Team erstmals das Grün im Sportpark getestet: Vor dem Freundschaftsspiel gegen Bosnien-Herzegowina in Dortmund wurde an zwei Tagen jeweils zweieinhalb Stunden öffentlich trainiert. Der brasilianische Nationaltrainer der Japaner, Zico, erklärte sich anschließend zufrieden mit der Wahl der Quartiers.

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