WM-Quartier: Saudi-Arabien
Bad Nauheim ist prominente Gäste gewohnt

Die Nationalmannschaft von Saudi-Arabien ist während der Weltmeisterschaft in Bad Nauheim zu Gast. Nervös sind die Menschen in der hessischen Stadt deshalb aber noch lange nicht, schließlich hatte man dort schon ganz andere Prominente beherbergt.

HB BAD NAUHEIM. Der Bürgermeister von Bad Nauheim, Bernd Witzel, war gerade 13 Jahre alt, als König Ibn Saud 1959 mit großem Gefolge zur Kur in der hessischen Stadt weilte. Und der Kommunalpolitiker erinnert sich noch sehr gut an den ungewöhnlichen Staatsbesuch, bei dem der Herrscher aus Saudi-Arabien mit himmelblauem Cadillac durch die Straßen fuhr. Die Fotos, die er damals schoss, kann Witzel bald stolz anderen Besuchern aus Saudi-Arabien präsentieren: Die Fußball-Nationalmannschaft des Ölstaats bezieht nämlich zur WM in Bad Nauheim Quartier.

Die 35 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main gelegene Stadt hat an eine große Tradition prominenter Besucher anzuknüpfen, die meist, aber auch nicht immer die Kureinrichtungen angelockt hat. So ist es kein Zufall, dass die Saudis während der Fußball-Weltmeisterschaft die Hoteladresse Elvis-Presley-Platz 1 angeben könnten. Denn der King des Rock'n'Roll hat ebenfalls mit seiner Familie in Bad Nauheim im Hotel gewohnt, während er Ende der 50er Jahre in einer US-Kaserne im benachbarten Friedberg seinen Militärdienst ableistete.

Doch die Liste der Promibesucher in dem Heilbad ist noch viel länger: Sie reicht vom späteren Reichskanzler Otto von Bismarck 1859 Kaiserin Sisi von Österreich und Ungarn 1898 über Karl May 1904, Zarin Alexandra von Russland 1910, Albert Einstein 1920, Erich Kästner 1929, Sepp Herberger 1959 bis zum Schauspieler Dieter Borsche 1971.

Aber mit das größte Aufsehen hatte nun einmal König Ibn Saud erregt, der mit seinem 70-köpfigen Hofstaat 1959 vier Wochen lang in Bad Nauheim logierte. Der Herrscher gab schon mal eine Rolex-Uhr als Trinkgeld, wenn ihm ein Hotelportier die Autotür aufhielt. Die halbe Wetterau fühlte sich wie in einem Märchen aus 1001 Nacht, und die lokale Presse schrieb: "Es roch förmlich nach Erdöl." Auch der örtliche Einzelhandel freute sich über Rekordumsätze. Aber auch danach waren Gäste aus dem arabischen Raum in der Kurstadt keine Seltenheit.

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