WM-Quartier: Trinidad und Tobago
Karibik-Flair in Rotenburg

Der Nationalmannschaft von Trinidad und Tobago soll es während ihres Aufenthalts in Rotenburg an nichts fehlen. Sogar an die Zeitung aus der Heimat des Karibikstaates haben die niedersächsischen Gastgeber gedacht.

HB ROTENBURG. Jörg Höhns musste erst einmal auf dem Globus nach der Karibik suchen. Inzwischen sind der Hotelier und seine Mitarbeiter aber gut orientiert. Bei ihnen logiert während der Fußball-Weltmeisterschaft die Nationalmannschaft von Trinidad und Tobago. Für die Kicker, das Hotel und die Rotenburger ist dieser Besuch eine Premiere: Die einen sind erstmals bei einer Endrunde dabei, die anderen erstmals Gastgeber für ein WM-Team.

Rotenburg ist eine niedersächsische Kleinstadt, die es samt eingemeindeten Dörfern auf 23 000 Einwohner bringt. In der Niederung der Flüsse Wümme, Rodau und Wiedau gelegen, ist der Ort ein beliebter Ausgangspunkt für Kanuwanderer. Vor allem ist Rotenburg für Touristen attraktiv, weil von hier aus Hamburg, Bremen und Hannover sehr schnell zu erreichen sind. Wer es sich leisten kann, steigt im Hotel Wachtelhof ab. Hinter der an ein Landschlösschen erinnernden Fassade des 1990 erbauten Fünf-Sterne-Hauses verbergen sich nur 38 Zimmer, dafür aber ein ausgedehnter Wellness-Bereich. Das Haus gefällt auch Profi-Fußballern wie den Spielern des FC Bayern München, die sich dort schon zwei Mal für Trainingslager einquartierten.

Der gute Ruf sprach sich laut Höhns auch bis zum Weltfußballverband herum, der den Wachtelhof als mögliches Quartier in seinen Katalog für die Nationalmannschaften aufnahm. "Eines Tages kam dann der Trainer von Trinidad und Tobago, Leo Beenhakker, ohne sich vorher anzumelden", berichtet der Hotelier. Der Niederländer habe sich 15 Minuten lang umgeschaut, dann sei für ihn die Sache klar gewesen.

Eine WM-Mannschaft in Rotenburg: "Das ist total aufregend", sagt Sportamtschef und Hobby-Kicker Reinhard Lüdemann: "Die Weltmeisterschaft in Deutschland zu haben, ist schon toll. Aber so dicht dran zu sein: Das ist unbeschreiblich." Die Begeisterung steckt die Bewohner an. Der örtliche WM-Arbeitskreis der Stadt erfreut sich eines regen Zulaufs. Viele Ehrenamtliche werden sich während der WM frei nehmen, um Gäste und Fans zu betreuen.

Schon seit Jahren amüsieren sich die Rotenburger im Sommer bei einem großen Beachball-Turnier. Dann werde der halbe Rathaus-Vorplatz zum Strand, sagt Lüdemann: "Wenn nun ein karibisches Land zu Besuch kommt, dann setzen wir den ganzen Platz unter Sand." Für tropische Gefühle könnten zudem Palmen, Hütten und vielleicht ein Swimmingpool sorgen. Im Vordergrund steht aber der Sport. Rotenburg hat vier Rasenplätze, die während der WM ausschließlich den Gästen vorbehalten sind. Auf die Kommunikationsbedürfnisse der Gäste aus dem kleinen Staat vor der Küste Venezuelas hat sich das Hotel Wachtelhof auch schon eingestellt. "Wir abonnieren die Zeitung "Trinidad Express' im Internet, drucken sie aus und bringen sie morgens auf die Zimmer."

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