WM-Quartiere
Wir sind Togo – und Iran

Heute ist das sonst eher beschauliche Allgäuer Städtchen Wangen mit seinen 27 000 Einwohnern mittendrin im größten Medientrubel seiner Geschichte. Vom 15. Mai an, einen Tag nach einem Länderspiel gegen Saudi-Arabien, nimmt das Nationalteam aus Togo für sechs Wochen Quartier in dem Ort.

WANGEN. Theo Zwanziger war schuld. Auf dem Weg von Friedrichshafen nach Wangen zur Geburtstagsfeier von Hermann Selbherr, dem Spielausschuss-Vorsitzenden und Afrika-Beauftragten des DFB, fragte der DFB-Chef Hotelier Dieter Kieninger ganz nebenbei, ob der sich eigentlich für die Fußball- WM beworben habe. "Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keinen Gedanken daran verschwendet, dass wir mit unserem Haus WM-Quartier werden könnten", sagt der Geschäftsführer des Hotels Waltersbühl in Wangen.

Heute ist das sonst eher beschauliche Allgäuer Städtchen mit seinen 27 000 Einwohnern mittendrin im größten Medientrubel seiner Geschichte. Vom 15. Mai an, einen Tag nach einem Länderspiel gegen Saudi-Arabien, nimmt das Nationalteam aus Togo unter seinem neuen deutschen Cheftrainer Otto Pfister für sechs Wochen Quartier in Wangen.

Der 68-jährige Kölner Pfister will die Zeit vor der WM zu einem Trainingslager nutzen, denn er hatte bislang noch keine Gelegenheit, mit seiner Mannschaft zu arbeiten. Das Allgäu-Stadion, die Heimspielstätte des Verbandsligisten FC Wangen, wird zu Trainingszwecken genutzt. Zusätzlich steht neben dem Hotel ein Kunstrasenplatz zur Verfügung.

Im Umkreis von 20 Kilometern finden sich allein fünf Golfplätze, unter anderem in Memmingen, Lindau und Oberstaufen. Die Nähe zu den Alpen, aber auch zum Bodensee, wo sich ein kunst- und kulturhistorisches Kleinod an das andere reiht, macht die Gegend zu einem attraktiven Urlaubsgebiet.

Damit die Zeit bis zum Beginn der Vorrunde, wo die Togolesen ihr erstes Spiel am 13. Juni in Frankfurt gegen Südkorea bestreiten werden, nicht zu lang wird, wurde ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Von Leutkirch aus sollen die Kicker mit Kleinflugzeugen zu einem Flug über die Alpen starten. Dieter Kieninger hat sich in den Kopf gesetzt, seine afrikanischen Gäste auch "auf den Berg zu bringen, damit die mal richtigen Schnee zu sehen kriegen".

Auf Einladung von Uli Hoeneß kommen die Spieler nach München, wo sie sich das Olympiastadion und das WM-Stadion anschauen werden. Besuche bei Porsche und Mercedes sind ebenfalls geplant.

Wer in diesen Tagen durch Wangen geht, kann die Schaufenster nicht übersehen, die in den Landesfarben Togos geschmückt sind. Gedeckte Farben haben es in den Modegeschäften schwer, sich gegen die gelb-grün-roten Flaggen zu behaupten.

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