WM-Rekorde unserer Weltmeister
Laufwunder, Passkönige und Fußballgötter

Da verblassen selbst Messi, Ronaldo und Neymar. Deutsche Fußballer rennen wie verrückt. Und sie schießen, passen und verteidigen grandios. Das zeigt eine Auswertung der Fifa-Statistik. Die Rekorde der WM 2014.
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DüsseldorfDie teuersten Fußballer der Welt spielen in Spanien. Sie kommen aus Argentinien, Portugal, Wales, Brasilien und Kolumbien. Doch weder Messi, Ronaldo, Bale, Neymar noch James sind Weltmeister geworden. Das schafften dagegen die deutschen Spieler, deren internationaler Wert von Experten deutlich hinter dem der ersten Garde einsortiert wird.

Der WM-Sieg zeigt damit: Wertvolle Einzelspieler machen in vielen Spielen zwar oft den Unterschied aus, doch für den ganz großen Erfolg auf allerhöchstem Niveau ist das zu wenig. Oder wie es der englische Fußballer Steven Gerrard auf Twitter formulierte: „Brasilien hat Neymar, Argentinien hat Messi, Portugal hat Ronaldo. Deutschland hat ein Team.“

Die Deutschen präsentierten sich in sieben WM-Spielen topfit und vollbrachten oft Höchstleistungen. In der Statistik des Weltverbandes Fifa finden sich deren Namen daher oft unter den Top 3. Ganz im Gegensatz zu Messi, Neymar oder James. Ronaldo, sonst ein Garant für Spitzenleistungen, taucht sogar unter. Und Bale, ein Waliser, war gar nicht dabei.

Herausragendes Beispiel für bedingungslosen Einsatz und riesigen Willen ist Thomas Müller. Der Stürmer schoss fünf Tore und lieferte drei Vorlagen – das ist einsame Spitze. Und er rannte 84 Kilometer in sieben Spielen – so viel wie kein anderer. Zum Vergleich: Der beste Spieler der Welt, Lionel Messi, lief in der gleichen Zeit 21 Kilometer weniger – und landete damit nur auf Platz 22 dieser Rangliste.

Warum toppen ausgerechnet die Deutschen solche Vergleiche – und das in Südamerika, wo bisher keine Mannschaft aus Europa Weltmeister geworden ist? Natürlich spielt die Leistung des Trainerteams um Jogi Löw da eine entscheidende Rolle. Doch Weltmeister wird eine Mannschaft selten aus dem Nichts. Dazu bedarf es einer Vorgeschichte, aber auch Glück.

Davon hatte Jogi Löw eine gute Portion knapp zwei Monate vor der WM: am 29. April 2014. Im Halbfinale der europäischen Königsklasse kassierten die großen Bayern, die beste Mannschaft der Welt, eine Klatsche gegen Real Madrid: 0:4 hieß es am Ende. Wie das WM-Halbfinale gegen Brasilien war das Spiel schon in der ersten Halbzeit entschieden. Das war schlimm. Aber für die WM perfekt.

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  • Eine wirklich informative Zusammenfassung, die zu den richtigen Schlüssen kommt: Deutschland ist Weltmeister geworden, weil es als Team überzeugt hat und zudem in vielen Schlüsselstatistiken gleich mit mehreren Spielern ganz vorn liegt.
    Eine kleine Korrektur am Rande: Der FIFA Index heißt in Wahrheit Castrol Index und wurde erstmals bei der UEFA EURO 2008 (damals noch als Castrol Performance Index) erhoben und kam seitdem bei der FIFA WM 2010, der EURO 2012 und dem FIFA Confed Cup 2013 zum Einsatz (Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Castrol_Performance_Index).

    Beste Grüße
    Karsten Jaeger
    (Pressesprecher Castrol)

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