WM-Rekordspieler, Platz 10: Gaetano Scirea
Der Gentleman unter den Verteidigern

Gaetano Scirea machte sich in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren einen Namen als einer der besten Verteidiger des Weltfußballs. Was ihn dabei so außergewöhnlich machte, war seine für einen Defensivspezialisten außerordentlich faire Spielweise. Als wahrhafter Gentleman auf und neben dem Platz und wurde in seiner langen Karriere nicht ein Mal des Feldes verwiesen.

HB DÜSSELDORF. Scirea debütierte in Italiens Serie A in der Saison 1972/73, wechselte nach zwei Spielzeiten zu Juventus Turin, wo der Abwehrstratege die erfolgreichsten Jahre seiner Laufbahn verbrachte. Bis 1988 trug der 78-malige Nationalspieler das Trikot der "Alten Dame" und gewann mit dem italienischen Rekordmeister jeden nur erdenkbaren Titel. Mit seinen insgesamt 550 Pflichtspieleinsätzen für Juventus hält er nach wie vor den Klubrekord und bestritt mit 85 Partien auch die meisten Europapokalspiele für Turin. Stolze 13 Jahre hielt er den "Bianconeri" die Treue und leistete in dieser Zeit entscheidenden Beitrag zu sieben italienischen Meisterschaften, zwei nationalen Pokalsiegen sowie jeweils einem Gewinn des Uefa-Pokals, des Pokals der Pokalsieger und des Pokals der Landesmeister.

Den größten Erfolg seiner Karriere feierte der "Juve"-Kapitän der Achtziger aber mit dem Nationalteam Italiens. Schon 1978 spielte er mit der "Squadra Azzurra" eine starke Weltmeisterschaft, musste sich aber mit Platz vier begnügen. Vier Jahre später erlebten die "Himmelblauen" einen wunderbaren Sommer. Nach vier Unentschieden in den Gruppenspielen schlugen die Italiener später die favorisierte Brasilianer, Polen sowie im Finale das deutsche Team und feierten nach langer Durststrecke den dritten WM-Titel seit 1938. Scirea war dabei die unersetzbare Stütze im Abwehrverband und bereitete im Finale auch einen Treffer vor.

Die Karriere eines der wohl prägendsten italienischen Verteidiger nahm nach seinem Abschied vom aktiven Fußball ein jähes Ende. 1989 verstarb der Italiener nach einem tragischen Autounfall nach einer Spielbeobachtung in Polen. Noch heute gilt er vielen Anhängern als Vorbild und Idol, so dass man noch über zehn Jahre nach seinem Tod noch Plakate mit seinem Namen im Stadio Delle Alpi sehen kann.

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