WM-Rekordspieler, Platz 19: Jürgen Klinsmann
Der Bäckersohn aus Schwaben

Bundestrainer Jürgen Klinsmann kann seinen Schützlingen detailiert davon berichten, wie es ist, Weltmeister zu werden. Vor 16 Jahren hatte Klinsi als Spieler mit dem DFB-Team in Italien den Fußball-Olymp erklommen. Der blonde Stürmer hatte dabei gehörigen Anteil am Erfolg.

HB DÜSSELDORF. Sein bestes Spiel im Trikot der deutschen Nationalmannschaft machte Klinsmann bei eben jener WM gegen die Niederlande, als er nach der Herausstellung seines Sturmpartners Rudi Völler die "Oranje"-Abwehrreihe im Alleingang aufmischte und mit dem 1:0-Führungstreffer (Endstand 2:1) die DFB-Auswahl auf die Siegerstraße und letztendlich auch zum WM-Titel brachte. Insgesamt lief der Schwabe bei siebzehn Weltmeisterschaftspartien (1990/7 Spiele, 1994/5, 1998/5) auf, markierte dabei insgesamt elf Tore. Vor allem 1994 in den USA war "Klinsi" treffsicher. Fünf Mal netzte der lauffreudige Stürmer ein, lediglich der Russe Salenko und Bulgariens Stoitschkow trafen ein Mal mehr als der Deutsche.

Die Karriere von Klinsmann begann 1982 in der zweiten Bundesliga. Bei den Stuttgarter Kickers erntete der damals 18-Jährige seine ersten Erfolge und schon im dritten Jahr wurde er Torschützenkönig der zweiten Liga. Das ließ Nachbar-Klub VfB aufhorchen. Bei den Stuttgartern stürmte Klinsmann fünf Spielzeiten lang, gab am 12. Dezember 1987 gegen Brasilien sein Debüt im Nationaltrikot, wurde 1988 Torschützenkönig der Bundesliga und im selben Jahr zum deutschen "Fußballer des Jahres" gewählt. 1989 brach der gebürtige Göppinger nach Italien auf und gewann zusammen mit seinen Nationalmannschafts-Kollegen Andy Brehme und Lothar Matthäus mit Inter Mailand bereits in seiner ersten Serie-A-Saison den italienischen Meistertitel.

Nach seiner Mailand-Zeit wechselte der Stürmer nach Frankreich. Doch mit dem AS Monaco stellten sich keine großen Erfolge ein. Im Gegenteil zu seiner nächsten Station auf der Europa-Tour. 1994 unterschrieb "Klinsi" bei Tottenham Hotspur in England. Die englischen Revolverblätter beschimpften den Deutschen vor der Saison als "Schwalbenkönig", doch Klinsmann überraschte alle. Er spielte an der White Hart Lane eine hervorragende Saison, wurde zum "Spieler des Jahres" in England gewählt und kreierte den sogenannten "Diver". In Anspielung auf seine "Fallsucht" schmiss sich Klinsmann nach seinen Treffern meist auf den Bauch und rutschte über den Rasen - eine Jubelarie, die selbst Skispringer Sven Hannawald für sich entdeckt hat. Nach seiner Rückkehr in die Bundesliga zum FC Bayern München mit seinem legendären Tonnen-Tritt und seiner Stippvisite bei Sampdoria Genua beendete er 1998 nach der WM in Frankreich und seiner letzten aktiven Saison, erneut im Trikot der Spurs, seine Karriere.

Klinsmann hat nun die Seiten gewechselt und betreut als Bundestrainer seit Sommer 2004 die deutsche Nationalmannschaft auf dem Weg zum - erhofften - WM-Titel im eigenen Land.

Nächste Woche: Claudio Taffarel - der „Evergreen“der brasilianischen Torhüter

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