WM-Rekordspieler, Platz 2: Paolo Maldini
Ein Star der seltenen Sorte

Paolo Maldini hat es immer vermieden, zu sehr im Mittelpunkt zu stehen. Keine Skandale, keine peinlichen Fotos, nicht einmal üble Fouls auf dem Spielfeld oder abfällige Kommentare nach Schlusspfiff - in der gläsernen Welt des Profi-Geschäfts hat sich der Milan-Kapitän in 20 Jahren stets souverän und vorbildlich bewegt.

Publikumsliebling, Musterprofi, Frauenschwarm - Paolo Maldini ist die Identifikationsfigur schlechthin im italienischen Fußball. Und ganz besonders beim AC Mailand. Für die "Rossoneri" absolvierte der Abwehrspieler am 20. Januar 1985 als 16-Jähriger sein erstes Profispiel , 2005 bestritt er für die Lombarden sein siebtes Finale im Landesmeister-Cup bzw. der Champions League. "Für mich kam nie ein anderer Verein in Frage", betonte der Abwehrspieler, der somit auch in Sachen Vereinstreue eine absolute Ausnahme-Erscheinung im Profifußball darstellt.



Zweimal gewann Maldini bereits den Weltpokal, siebenmal die italienische Meisterschaft und einmal den nationalen Cup. Dass bei den Wahlen zum Welt- oder Europafußballer meist Offensivspieler den Vorzug erhielten und er stets übergangen wurde, stört den Routinier wenig. Mehr schon, dass ihm mit der italienischen Nationalmannschaft trotz weit über 100 Länderspielen, insgesamt sieben Teilnahmen an großen Turnieren und je einem WM- und EM-Endspiel der große Coup verweigert blieb. "Für mich zählt nur der Erfolg der Mannschaft", beteuerte er: "Dass ich persönliche Auszeichnungen wie den Goldenen Ball nie erhalten habe, stört mich wenig. Dafür hatte ich viele andere Privilegien in meinem Leben."

Doch zu Beginn seiner Karriere verfolgte Paolo ein großer Schatten, aus dem er inzwischen längst getreten ist. Sein Vater Cesare war nämlich selbst Profi bei Milan. Auch er war Kapitän, auch er ein Idol der Fans. Als der AC 1963 gegen Benfica Lissabon erstmals den Landesmeister-Cup gewann, durfte Papa Maldini die Trophäe als Spielführer in Empfang nehmen.

Deshalb war der Titelgewinn 2003 gegen Juventus Turin für Paolo ein ganz besonderer: 40 Jahre nach Cesare bekam auch er als Kapitän des gleichen Klubs die wichtigste Trophäe im europäischen Vereinsfußball überreicht. Das Foto seines jubelnden Vaters im Wembley-Stadion war für Maldini junior stets Inspiration und treibende Kraft, "denn schließlich habe ich ihn nie spielen sehen". Als er es seinem Vater und Vorbild in Manchester nachgemacht hatte, empfand er deshalb besonderen Stolz und verkündete ungewohnt pathetisch: "Der Name Maldini ist fest mit Mailand verbunden."

Nächste Woche: Lothar Matthäus - zwei Jahrzehnte Weltklasse

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