WM-Rekordspieler, Platz 3: Diego Maradona
Zwischen Genie und Wahnsinn

Wer hoch klettert, kann tief fallen - diese Erfahrung musste auch Diego Maradon machen. Aus ärmlichen Verhältnissen schaffte der Argentinier den Aufstieg zum Star des internationalen Fußballs, der Erfolge wie kaum ein Zweiter feierte. Doch genau diese stiegen ihm zu Kopf. Was folgte, war der tiefe Sturz zurück ins Elend.

Es war ein Spiel, das gleichsam die Genialität als auch den Wahnsinn des Diego Armando Maradona offenbarte. 22. Juni 1986, Azteken-Stadion in Mexiko City, WM-Viertelfinale zwischen England und Argentinien: In der 50. Minute segelt ein langer Ball in den englischen Strafraum. Schlussmann Peter Shilton und der um einen Kopf kleinere Maradona springen gleichzeitig zum Ball. Irgendwie gewinnt der Argentinier das ungleiche Duell, das Leder findet den Weg ins Tor. Die Fernsehkameras entlarven dieses "Irgendwie" als lupenreines Handspiel, ungeahndet vom tunesischen Schiedsrichter Bennaceur, der den Treffer anerkennt. "Es war die Hand Gottes und Maradonas Kopf", lässt der Sünder später verlauten.

Nur fünf Minuten nach dem 1:0 ein zweites Tor von Argentiniens Kapitän, diesmal lupenrein und so schön, wie ein Treffer nur sein kann: An der Mittellinie schnappt sich Maradona den Ball, umkurvt Englands Verteidiger, als wären sie einbetoniert, und vollendet zum 2:0. Ein Tor wie ein Kunstwerk. Argentinien wird später Weltmeister, mit einem Maradona auf dem absoluten Höhepunkt seines Schaffens.

Höhepunkte gab es zu Genüge im Leben von Argentiniens größtem Fußballer, aber auch Tiefen, die das lebende Denkmal fast vom Sockel stürzen ließen. Die Biografie des Diego Armando Maradona liest sich wie ein Märchen: Geboren am 30. Oktober 1960 in ärmlichen Verhältnissen als eines von acht Kindern einer Arbeiterfamilie in Buenos Aires' Vorort Fiorito, wurde der kleine Diego als Neunjähriger von einem Talentspäher der Argentinos Juniors entdeckt. Im Nachwuchsteam Las Cebolitas ("Die kleinen Zwiebeln") ließ er sein Talent reifen, bis er mit 16 Jahren für gut genug befunden wurden, das Trikot der ersten Mannschaft tragen zu dürfen.

Der kleine "Knubbel" schlug ein wie eine Bombe: Zwischen 1976 und 1980 erzielte er für die Juniors in 166 Spielen 116 Tore. Nationaltrainer Cesar Luis Menotti blieb das große Potenzial des nur 1,68 m großen Wirbelwinds nicht verborgen, ließ ihn als 17-Jährigen im Nationalteam debütieren, verzichtete aber bei der WM 1978 im eigenen Land auf seine Dienste. 1980 wechselte Maradona zu den Boca Juniors, ein Jahr später folgte er dem Lockruf der Pesete und ließ sich für die damalige Rekordsumme von 10,6 Millionen Euro zum FC Barcelona transferieren.

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