WM-Rekordspieler, Platz 34: Bebeto
Ein sensibler Wandervogel

Ein dickes Fell hatte er nicht, im Gegenteil: Bebeto gehörte zu den absoluten Sensibelchen im Profifußball. Gerade zu Karrierebeginn genügte ein Wort der Kritik, und der schmächtige Brasilianer (kaum 70 Kilogramm bei 1,77 Meter Körpergröße) mit dem Jünglingsgesicht stürzte in eine tiefe psychische Krise. Auch so ist zu erklären, dass Bebeto, anders als viele Fußballer seines Formats, den Großteil seiner Laufbahn nicht in der Fremde, sondern wohlbehütet im Heimatland verbrachte.

José Roberto Gama der Oliveira, wie Bebeto bürgerlich heißt, wurde am 16. Februar 1964 in Salvador geboren. Das Fußball-ABC lernte er bei den heimischen Klubs Bahia und Vitoria, ehe er 1982 den Sprung zum ruhmreichen Klub Flamengo in Rio de Janeiro wagte. Mit 19 debütierte Bebeto dort in der ersten Mannschaft. Sieben Jahre spielte er bei Flamengo, wo er als Nachfolger des großen Zico galt, und gewann 1987 die brasilianische Meisterschaft. Mittlerweile Stammkraft in der Nationalmannschaft geworden (Debüt am 28. April 1985 gegen Peru) wechselte Bebeto 1989 zum Stadtrivalen Vasco da Gama.

Im Vorfeld der Weltmeisterschaft 1990 gehörte der torgefährliche Supertechniker zu den von den großen europäischen Klubs meist umworbenen Klubs, doch die WM in Italien wurde für Brasilien und Bebeto zu einer großen Enttäuschung: Die "Selecao" scheiterte bereits im Achtelfinale, Bebeto selbst spielte keine einzige Minute. Zwei weitere Jahre blieb er nach der Pleite bei Vasco, erst 1992 mit 28 Jahren kam der lange erwartete Wechsel nach Europa. Deportivo La Coruna machte schließlich das Rennen, und Bebeto gelang in Galizien der endgültige Durchbruch. 1993 wurde er Spaniens Fußballer des Jahres, 1994 folgte bei der WM in den USA der Höhepunkt in Bebetos Karriere: Gemeinsam mit Romario bildete er ein unwiderstehliches Sturmduo, hatte mit drei Treffern (unter anderem beim 1:0-Achtelfinalsieg gegen die USA) maßgeblichen Anteil am ersten Titelgewinn Brasiliens seit 1970. Auch bei seinem dritten WM-Turnier 1998 in Frankreich traf Bebeto drei Mal. Nach dem 0:3 im Finale gegen die Gastgeber beendete er seine internationale Karriere, in der er es auf 75 Einsätze (38 Tore) brachte.

Bis 1996 blieb Bebeto bei La Coruna, danach entwickelte er sich zum Weltenbummler mit den Stationen Flamengo (1996), FC Sevilla (November 1996 bis Februar 1997), Viktoria, Cruzeiro (beide 1997), Botafogo (1998 bis 1999), Toros Neza (Mexiko/Juli bis November 1999), Kashima Antlers (Japan/März bis Juni 2000). 2001 kehrte der in die Jahre gekommene Bebeto wieder in seine Heimat zu Vitoria zurück, wo er 2003 seine aktive Karriere beschloss.

Nächste Woche:

Andoni Zubizarreta - Spaniens Tor-"Methusalem"

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