WM-Rekordspieler, Platz 34: Didi: Der Meister der Bananenflanke

WM-Rekordspieler, Platz 34: Didi
Der Meister der Bananenflanke

28 lange Jahre dauerte Brasiliens Durststrecke bei Weltmeisterschaften, ehe die "Selecao" 1958 in Schweden endlich den ersehnten Titel holte. Die Erfolgsgaranten damals: Der legendäre Zangensturm mit Pele, Vava, Garrincha und Zagallo. Und ein nur 1,71 m großer Regisseur namens Didi, der wie kein Zweiter den Titel eines "Fußball-Zauberers" verdiente.

HB DÜSSELDORF. Schon mehr als zwei Jahrzehnte vor Manfred Kaltz hatte Didi die "Bananenflanke" perfektioniert, fabrizierte mit diesem, in Brasilien "folha seca" (trockenes Blatt) genannten, Kabinettstückchen traumhafte Freistöße und Vorlagen. Von seinem Spielwitz und seinen Gedankesblitzen profitierten seine prominenten Vorderleute.

Didi wurde am 8. Oktober 1928 als Waldir Pereira geboren. In seiner Karriere spielte er für diverse brasilianische Spitzenklubs, darunter Fluminense und Botafogo. Mit Botafogo wurde er 1957, 1961 und 1962 Meister, insgesamt bestritt Didi 931 Klubspiele, darunter auch ein Jahr lang für Real Madrid (1959). 1952 debütierte er beim 2:0-Sieg über Mexiko in der Nationalelf. Beim WM-Turnier 1954 scheiterte die "Selecao" an der damaligen "Traum-Truppe" der Ungarn, ehe vier Jahre später der 5:2-Sieg im Finale gegen Schweden die goldenen Jahre des brasilianischen Fußballs einläuteten. Und das mit einem beispiellosen System: Bis auf Torwart Gilmar und zwei Stopper standen nur Offensivspieler auf dem Platz. Getreu dem Motto: Wenn der Gegner zwei Tor schießt, schießen wir eben vier. Auch beim zweiten Titel, den die von Didi dirigierten Südamerikaner 1962 in Chile gewannen, bewährte sich dieses Konzept: 3:1 im Viertelfinale gegen England, 4:2 in der Vorschlussrunde über das Gastgeberland und schließlich ein 3:1 im Finale gegen die Tschechen. Nach dem Enspiel beendete Didi seine Karierre im Nationaltrikot. 74 Mal spielte er für die "Selecao", erzielte dabei 20 Tore.

Nach seiner aktiven Laufbahn verdingte sich Didi als Trainer, betreute unter anderem die Nationalteams von Peru und Saudi-Arabien sowie Fenerbahce Istanbul und River Plate Buenos Aires.

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