WM-Rekordtorjäger, Platz 11: Ademir: Der ungekrönte Fußballkönig

WM-Rekordtorjäger, Platz 11: Ademir
Der ungekrönte Fußballkönig

Ademir als Fußballspieler zu bezeichnen, ist weit untertrieben. Der brasilianische Vollblutstürmer war ein Fußballkünstler. 32 Mal traf er in 39 Länderspielen für Brasilien. Sein großer Traum jedoch, erfüllte sich nicht.

p>HB DÜSSELDORF. Ademir Marques de Menezes war ein beispielloser Jongleur mit der Lederkugel. Er hatte die Statur einer Raubkatze: Breite Schultern, schmale elastische Hüften, die ihm eine Spielweise erlaubten, die gegnerische Verteidiger schier verzweifeln ließ. Mit blitzschnellen Bewegungen, Tempowechseln, Ballbeherrschung auf engstem Raum und einem unglaublichen Antritt waren seine Kreise auf dem Spielfeld kaum einzuengen.

Sein Spiel sah kraftlos aus, ebenso seine beispiellosen Schüsse, die meist aus dem Kniegelenk kamen. Doch schaffte er es stets, dem Ball mit Innen- oder Außenrist einen tückischen Effet mitzugeben und sorgte so für Tore am Fließband. 32 Mal traf er in 39 Länderspielen für die "Selecao" - der große Erfolg auf internationaler Ebene blieb Ademir aber versagt.

Ademir wurde am 8. November 1922 in der brasilianischen Stadt Recife geboren, kickte dort bis 1942 für den gleichnamigen Klub. Auf Antrieb seines Vaters, der das gewaltige Potenzial des Jünglings erkannte, wechselte er zu Vasco da Gama, einem der großen Renommiervereine in Rio de Janeiro. Und Vasco hielt Ademir, nur ununterbrochen durch ein einjähriges Gastspiel beim Stadtrivalen Fluminense, die Treue. In seinem Heimatland holte er sich jeden erdenklichen Titel: Mit EC Recife gewann er dreimal in Serie die Oernambuca-Meisterschaft, den Titel von Rio 1945 mit Vasco da Gama, ein Jahr später mit Fluminense. Mit der Auswahl Rios erkämpfte er sich dreimal hintereinander die brasilianische Meisterschaft.

Dass dieser Sammlung, der Weltmeistertitel hinzu gefügt würde, galt als Formsache. Als 1950 nach zwölf Jahren Pause zum vierten Mal der "Coupe Jules Rimet" ausgespielt wurde, galt Brasilien als hoher Favorit - zumal das Turnier im eigenen Land ausgetragen wurde. Alles lief nach Plan: Die Gastgeber spazierten durch die Vorrunde, das erste Endrundenspiel gegen Schweden wurde zur Ademir-Gala, der beim 7:1-Sieg vier Tore erzielte. Vor der letzten Endrundenpartie gegen Uruguay lag Brasilien im Klassement vorne, ein Unentschieden reichte zum Titel. Doch eben jener 16. Juli 1950 sollte zu einem der schwärzesten Tage in Brasiliens Fußballgeschichte werden. Fast 200.000 Zuschauer - noch heute Rekordbesuch - waren ins Maracana-Stadion gekommen, um die "Selecao" siegen zu sehen. 1000:1 standen in Rio die Wetten, auf die "Urus" gab niemand einen Pfifferling. Doch der Weltmeister von 1930 bereitete den Brasilianern ein Waterloo: Geschickt verschleppten sie das Tempo, an das die Hausherren so gewohnt waren. Ademir kam zu keinem Treffer, auch der verzweifelte Wechsel in die Rolle des Spielgestalters, konnte das Blatt nicht wenden: Der krasse Außenseiter gewann mit 2:1. Da konnte es Ademir auch nicht trösten, dass er mit neun Toren die Torjägerkrone gewann.

Anders als viele andere große Fußballer Brasiliens, die der Trunk-, Prunk- und Spielsucht verfielen und verarmt starben, führte Ademir nach seiner Karriere ein geregeltes Leben: Als pfiffiger Trainer, tüchtiger Geschäftsmann und brillanter Fernseh-Kommentator verdingte er sich im sportlichen Ruhestand und starb am 11. Mai 1996.

NAME: Ademir
MANNSCHAFT: Brasilien
TORE: 9
EINSÄTZE: 6
WM-ZEITRAUM: 1950

Nächsten Mittwoch: Leonidas da Silva - der schwarze Diamant

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