WM-Rekordtorjäger, Platz 12: Juan Alberto Schiaffino: Die italienische Verlockung

WM-Rekordtorjäger, Platz 12: Juan Alberto Schiaffino
Die italienische Verlockung

Der unvergessene uruguayische Stürmer-Star Juan Alberto Schiaffino hatte das, was man eine aufregende Fußballerkarriere nennt. Nachdem er 1950 mit Uruguay Weltmeister geworden war, wechselte er bald darauf die Staatsbügerschaft - und spielte fortan für Italien.

HB DÜSSELDORF. Die brasilianische "Selecao" hatte für die Weltmeisterschaft 1950 im eigenen Land ganz klar den Titel angepeilt. Doch Uruguay machte seinem südamerikanischen Kontrahenten im entscheidenden Spiel einen Strich durch die Rechnung. Allen voran dem uruguayischen Stürmer-Star Juan Alberto Schiaffino ist dieser Coup zu verdanken.

Im Alter von 18 Jahren stand Schiaffino schon im Kader des Klubs Penarol und begeisterte die Fans, so dass er als 19-Jähriger zum Aufgebot Uruguays beim Südamerika-Cup gehörte. Im Alter von 25 Jahren durfte der Stürmer dann endlich bei einer Weltmeisterschaft für sein Heimatland stürmen - und tat das mit durchschlagendem Erfolg. Mit fünf Toren beendete er das Turnier 1950 als zweitbester Torjäger hinter dem Brasilianer Ademir.

Seinen wichtigsten Treffer markierte Schiaffino im Spiel gegen den Gastgeber und Favoriten Brasilien, als er zum 1:1-Ausgleich traf und sein Land damit auf die Siegerstraße brachte - die "Urus" siegten mit 2:1 und wurden Weltmeister.

An das WM-Turnier vier Jahre später in der Schweiz hat er dagegen keine guten Erinnerungen. Im Halbfinale gegen Ungarn verletzte sich Schiaffino schwer und ohne den Torjäger verlor sein Team gegen die Osteuropäer mit 2:4. Auch im Spiel um Bronze war ohne Schiaffino gegen Österreich nichts zu holen.

Die starken Leistungen des Stürmers blieben auch den europäischen Spitzenklubs nicht verborgen. Für die damalige Rekord-Ablösesumme von 72.000 englischen Pfund lotste der AC Mailand Schiaffino nach der WM 1954 nach Italien. Schiaffino fühlte sich in der Serie A pudelwohl. Er holte nicht nur drei Meistertitel mit Milan, sondern wechselte auch die Staatsbürgerschaft und war fortan für die italienische Nationalelf tätig. Viermal lief er im Trikot der "Squadra Azzura" auf.

Im Alter von 33 Jahre suchte er beim AS Rom eine neue Herausforderung, ehe er 1962 seine Karriere beendete. Nach knapp fünfzehn Jahren Abstinenz kehrte er 1976 zum Fußball zurück - als Trainer seines Ex-Klubs Penarol und später sogar kurzzeitig als Nationalcoach der "Urus". Schiaffino verstarb am 13. November 2002.

NACHNAME: Schiaffino
VORNAME: Juan Alberto
MANNSCHAFT: Uruguay (Italien)
TORE: 9
EINSÄTZE: 9
WM-ZEITRAUM: 1950-1954

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