WM-Rekordtorjäger, Platz 4: Sandor Kocsis
Der Goldkopf im Puszta-Sturm

Elf Tore in fünf Spielen. Mehr muss man über das Sprungwunder Sandor Kocsis alias "Goldköpfchen" nicht sagen. Bei der der Weltmeisterschaft '54 lief es für den ungarischen Mittelstürmer und sein Team wie am Schnürchen. Dann kam das Finale gegen Deutschland.

Von Anfang bis Mitte der 50er Jahre dominierte ein Nationalteam die internationale Fußballszene. Das Maß der Dinge waren die Ungarn. Wie ein Wirbelwind fegten die Magyaren einst über den Platz, füllten zu Hundertausenden die Fußball-Stadien. Namen wie Puskas, Hidegkuti oder Czibor waren in aller Munde. Und vorne im Sturmzentrum sorgte ein Mann mit enormer Sprungkraft für Furore: Sandor Kocsis.

Der Junge aus einfachem Elternhaus lernte das Fußballspielen mit seinen Freunden auf den Straßen von Budapest, wo er von den Talentsuchern des Renommierklubs Ferencvaros entdeckt wurde. In seinem neuen Verein stand er schon mit 16 Jahren in der ersten Mannschaft und begeisterte die Fans trotz seiner "normalen" Körpergröße mit exzellentem Kopfballspiel. Durch seine enorme Sprungkraft und sein ausgezeichnetes Timing beim Kopfstoß wurde Kocsis schnell zum Schrecken aller Abwehrspieler. Der Beiname "Goldköpfchen" ließ nicht lange auf sich warten. Ende der 40er wechselte Kocsis zum Armee-Klub Honved, wo "Schani" zusammen mit Puskas und Czibor den wohl besten Vereinssturm aller Zeiten bildete. Seine Karriere beendete Kocsis beim FC Barcelona, auch finanziell ein Segen für den "einfachen Jungen".

Der Weltmeistertitel blieb dem Sprungwunder allerdings versagt. Nach dem überzeugenden Olympiasieg der Ungarn 1952 in Helsinki, als der Puszta-Sturm Fußball vom anderen Stern präsentiert hatte, galten sie auch 1954 bei der WM in der Schweiz als heißester Anwärter auf den Titel. Ihrer Favoritenrolle wurden Puskas und Co. bis zum Finale gerecht. Vor allem das 8:3 gegen Endspiel-Gegner Deutschland ließ kein Zweifel bei den Fans aufkommen, dass Ungarn 1954 den Titel holen wird. Ein damaliger Berichterstatter titelte nach dem Kantersieg gegen die Herberger-Truppe sogar "Ungarische Rhapsodie". Bis zum Endspiel erzielte Kosics schon elf Treffer - die meisten davon wie im Halbfinale gegen Titelverteidiger Uruguay per Kopf. Doch im endscheidenden Spiel wurde er von Karl Mai ausgeschaltet, ein Grund für die sensationelle 2:3-Niederlage der damals spielstärksten Mannschaft der Welt.

NAME: Kocsis
VORNAME: Sandor
SPITZNAME: Goldköpfchen
MANNSCHAFT: Ungarn
TORE: 11
EINSÄTZE: 5
WM-ZEITRAUM: 1954

Nächsten Mittwoch: Ronaldo - "il fenomeno"

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