WM-Rekordtorjäger, Platz 6: Helmut Rahn
„...aus dem Hinterhalt müsste Rahn schießen...“

Helmut Rahn hat das bedeutendste Tor der deutschen Fußballgeschichte erzielt. Sein spielentscheindender Treffer zum 3:2 im WM-Finale 1954 gegen Ungarn machte ihn zum Volkshelden.

HB DÜSSELDORF. 1954, ganz Fußball-Deutschland hockt vor den Radiogeräten, aus denen die Stimme von Reporter Herbert Zimmermann zu hören ist, der live vom Weltmeisterschafts-Endspiel zwischen Ungarn und Deutschland aus dem Berner Wankdorf-Stadion berichtet. Gegen 17.30 Uhr überschlägt sich die Stimme des Kommentators: "Bozsik, Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn. Doch diesmal hat er den Ball verloren, an Schäfer. Schäfer nach innen geflankt, Kopfball abgewehrt, aus dem Hinterhalt müsste Rahn schießen, Rahn schießt. Tooor, Tooor, Tooor! Tor für Deutschland!" Es war das spielentscheidende 3:2 für die deutsche Elf, der WM-Titel für den "Underdog", der in der Vorrunde gegen die favorisierten Ungarn noch mit 3:8 unter die Räder kam. Und Torschütze Helmut Rahn wurde zum Volkshelden.

In seinen zehn WM-Spielen im Trikot der Nationalelf erzielte der "Boss", wie er von seinen Mitspielern genannt wurde, noch neun weitere Treffer, doch kein anderes erlangte eine solche Bedeutung wie das goldene Tor von Bern. Selbst Kaiser Franz Beckenbauer, ebenfalls Weltmeister als Spieler (1974) und Teamchef (1990), spricht von einem historischen Ereignis: "Es gibt keinen größeren Erfolg in unserer Sportgeschichte!"

250.000 Fans empfingen den "Kumpel Rahn" in Essen. Und bei "Pilsken" erzählte der "Boss" von seiner Heldentat, die einer ganzen Nation wieder neues Selbstbewusstsein gegeben hatte. Auch bei der Weltmeisterschaft 1958 war Rahn wieder der Boss. Sechs Treffer erzielte der Rechtsaußen in Schweden, doch diesmal reichte es nach Niederlagen gegen die Gastgeber (Halbfinale) und Frankreich (Spiel um Platz drei) nur zum vierten Rang.

Rahn war allerdings nicht nur für seine Treffer berühmt. Seine Unbekümmertheit auf dem Platz zeichnete ihn auch im normalen Leben aus. So sagte der Chef Sepp Herberger einst zu ihm: "Helmut, baue se mir den Fritz wieder auf." Damit meinte die einstige Trainer-Legende Spielmacher Fritz Walter, der zusammen mit Rahn in der Schweiz auf einem Zimmer lag und im Gegensatz zu seinem Zimmer-Kollegen ein "Sensibelchen" war. Seine ruhmreiche Karriere, die auch von Tiefschlägen wie Alkoholkonsum und Gefängnisaufenthalten gezeichnet war, ließ Rahn beim Meidericher SV ausklingen. Helmut Rahn starb am 13. August 2003 im Alter von 73 Jahren in Essen nach langer, schwerer Krankheit.

NAME: Rahn
VORNAME: Helmut
SPITZNAME: Der Boss
MANNSCHAFT: Deutschland
TORE: 10
EINSÄTZE: 10
WM-ZEITRAUM: 1954-1958

Nächsten Mittwoch: Jürgen Klinsmann - "The Diver"

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