WM soll lahmer Konjunktur Beine machen
WM 2006 ein Steilpass für die Bauwirtschaft

Michael Ballack und Lukas Podolski schießen sich beim Confederations Cup warm für die bevorstehende Fußball-WM 2006 in Deutschland. Doch die Vorbereitungen für das Turnier der besten Fußball-Nationen laufen nicht nur auf dem Feld auf Hochtouren. Auch der deutschen Wirtschaft könnte das WM-Spektakel einen Schub bringen.

HB DÜSSELDORF. Insbesondere die Bauindustrie darf sich neben der Tourismusbranche zu den Siegern zählen, behauptet das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW). In früheren Austragungsländern haben sich die Erwartungen aber nur zum Teil erfüllt.

Neue Aufträge erhielten Hochtief, Bilfinger Berger, Strabag und Co. dank Milliardeninvestitionen in Stadien und den Ausbau der Verkehrsanbindungen sowie der Hotelkapazitäten in den Austragungsorten. Allein die Investitionen für die zwölf WM-Stadien belaufen sich auf knapp 1,5 Mrd. Euro, davon 520 Mill. Euro öffentliche Investitionen. Daneben sichern meistens noch die Kommunen "ihr" Prestigeprojekt durch großzügige Bürgschaften ab.

Bei der WM 1974 schlug der Bau der Fußballstadien noch mit vergleichsweise "schlappen" 300 Mill. DM zu Buche. Inzwischen kostet allein die von der österreichischen Alpine gebaute Allianz-Arena in München 340 Mill. Euro. Luxus hat eben seinen Preis. In Gelsenkirchen kann der Rasen an die Sonne geschoben werden. Frankfurt bietet 200 laufende Thekenmeter und 1 800 Tiefgaragenplätze. In München leuchtet die Stadionhülle in vielen Farben.

Dennoch ist das nur Kleingeld im Vergleich zur WM 2002. Südkorea und Japan haben für ihre 20 Arenen laut IW 4,8 Mrd. Euro locker gemacht. Finanziell erwiesen sich die Arenen aber inzwischen als Eigentore. Denn seit dort nicht mehr Beckham und Ronaldo kickten, kämen kaum noch Zuschauer. Der Schauplatz des Finales, das Stadion in Yokohama, sei nur noch zu gut einem Drittel ausgelastet. Die Austragungsorte blieben auf den hohen Betriebskosten sitzen. Ein ökonomischer Wahnsinn, meinen nicht nur Experten.

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