WM-Sponsor Obi
Glänzendes Abschiedsspiel

Mit geringem Werbebudget hat sich der Baumarktbetreiber Obi als Sponsor der Fußballweltmeisterschaft in den Vordergrund gespielt - das aber wohl zum letzten Mal.

DÜSSELDORF. Wenn am 9. Juni die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland startet, ist sie für den Baumarktbetreiber Obi schon fast gelaufen. Mit dem Anpfiff wird der Fifa-Sponsor aus Wermelskirchen bei Köln seine multimediale Werbekampagne, die seit Weihnachten den Slogan "Ooobi bist Du schön" unters Volk bringt, auf Sparflamme umschalten.

"Obi-Chef Sergio Giroldi traut den deutschen Kickern offenbar nur wenig zu", lästern Wettbewerber. Doch der gebürtige Italiener, den Mitarbeiter als eifrigen Deutschland-Fan beschreiben, weist das weit von sich: "Unsere Kunden werden während spannender Begegnungen oder Spielen mit deutscher Beteiligung mit hoher Wahrscheinlich vor den Fernsehern oder im Stadion sein - und nicht in unseren Märkten", begründet er die Werbestrategie.

Dort sollen sie sich nach dem Kalkül von Deutschlands größtem Heimwerkerausstatter bereits vorher eingedeckt haben. "Unsere Zielgruppe schätzt das Thema WM sehr hoch ein", sagt Geroldi, "daher honorieren sie auch, wenn ein Unternehmen wie Obi dieses Ereignis unterstützt."

Mit welchem Betrag die Tengelmann-Tochter dem internationalen Fußballverband unter die Arme greift, kann nur geschätzt werden. Offizielle Zahlen veröffentlicht Obi nicht. Neben den vermutlich zehn bis 15 Mill. Euro, die sie als nationaler Fifa-Förderer auf den Tisch legt, fallen zusätzliche Kosten für TV-Spots, Radiowerbung und Zeitungsbeilagen an. Zudem verlost der Baumarktbetreiber bis kurz vor dem WM-Start wöchentlich 200 Freitickets. 50 weitere Tickets für das Finalspiel konnten zudem Obis Topkunden gewinnen. Die Adresse der umsatzstärksten Stammkunden lieferte das Kundenkartenprogramm Payback, an dem Obi seit langem beteiligt ist.

Nahezu die komplette Firmenwerbung hat Obi - zumindest für die ersten sechs Monate des Jahres - auf die Fußball-Weltmeisterschaft umgestellt. Der finanzielle Rahmen sei allerdings eng gesteckt, berichten die Wermelskirchener. Die Obi-Zentrale erhält von ihren deutschen Franchisenehmern für Werbezwecke lediglich eine Umlage in Höhe von 0,25 Prozent des jeweiligen Umsatzes. Der Jahreswerbeetat bleibt damit unter neun Mill. Euro. Zum Vergleich: Diese Summe gibt Media-Markt/Saturn monatlich für Werbung aus.

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