WM-Teilnehmer im Porträt
Angola – Fußball der fröhlichen Art

Im sechsten Anlauf hat sich Angola zum ersten Mal für die Endrunde einer Weltmeisterschaft qualifiziert.

HB DÜSSELDORF. Am 8. Oktober 2005 versank ein ganzes Land im Freudentaumel. Mit 1:0 hatte die Nationalmannschaft Angolas ihr letztes Gruppenspiel gegen Ruanda gewonnen, die erste WM-Teilnahme in der noch jungen Geschichte des Landes war perfekt. Der Begriff Sensation ist dabei hoch gegriffen, aber angebracht: In der FIFA-Weltrangliste lag die Mannschaft von Trainer Luis Oliveira Goncalves zu diesem Zeitpunkt gerade einmal auf Rang 62 - kein anderer WM-Teilnehmer ist schlechter positioniert.

Die Qualifikation ist Spiegelbild eines Aufschwungs, der das ganze Land gepackt hat. Erst seit 1975 ist die ehemalige portugiesische Kolonie unabhängig, bis vor wenigen Jahren verhinderten Bürgerkriege jeglichen Fortschritt. Nun herrscht Ruhe im Land, die reichen Ölvorkommen kurbeln die Wirtschaft an, wovon auch der erst 1979 gegründete Fußballverband profitiert. Die finanzielle Unterstützung der Regierung machte sich besonders bei Heimspielen bezahlt. In der Hauptstadt Luanda feierten die "Schwarzen Gazellen" fünf Siege in fünf Spielen, darunter auch das wichtige 1:0 gegen Topfavorit Nigeria.

Erfolge hat die Nationalmannschaft bisher kaum vorzuweisen. Als Höhepunkt gelten die Teilnahmen an den Afrika-Meisterschaften 1996 und 1998, zuletzt machte der Nachwuchs mit dem Gewinn der afrikanischen Juniorenmeisterschaft (2001) sowie der Teilnahme an der Fifa Junioren-WM in Argentinien im selben Jahr auf sich aufmerksam. Mehrere Spieler dieser Generation bilden heute das Gerüst der A-Mannschaft, auch Trainer Oliveira Goncalves schaffte den Sprung. "Er ist der alte Besen, der jede Ecke des Hauses kennt, also die Stärken und Schwächen sowie Eigenarten jedes Spielers", lobte der Verband.

Auch Stümerstar Pedro Manuel Torres Mantorras war 2001 am Erfolg der Junioren beteiligt. Der beste Nachwuchsspieler Afrikas 2000 verdient sein Geld wie ein Großteil der "Palancas Negras" in Portugal, mit Benfica Lissabon gewann er 2005 die nationale Meisterschaft. Gefährlichster Torschütze ist Fabricio Alcibiade Maieco, der bis November 2005 in 67 Länderspielen stolze 31 Treffer erzielte. "Wir haben gezeigt, dass Angola mehr ist als ein Land mit Erdöl, Krieg und Armut", bejubelte der als "Akwa" bekannte Katar-Legionär seinen wohl wichtigsten Treffer - am 8. Oktober 2005 in Ruanda.

Nicht bei der WM dabei sind Chainho und Pedro Emanuel. Trainer Goncalves musste nach Anweisung der FIFA auf beide Spieler verzichten. Der Fußball-Weltverband untersagte eine Nominierung, weil beide Spieler schon für Portugals Junioren-Nationalmannschaft zum Einsatz gekommen waren. Der 30 Jahre alte Emanuel wurde zwar in Angolas Hauptstadt Luanda geboren, kickte aber seine gesamte Karriere in Portugal und gewann mit dem FC Porto 2004 die Champions League. Der ein Jahr ältere Chainho, ebenfalls in Luanda geboren, stand bei Nacional Funchal unter Vertrag und spielte ebenfalls hauptsächlich in Portugal.

Land:


Lage/Größe: Südwest-Afrika - (Weltrang:22): 1 246 700 qkm
Bevölkerung: 11 190 786 Einwohner
Hauptstadt: Luanda - 3,6 Mio. Einwohner
Staatsform: Republik
Staatspräsident: José Eduardo dos Santos
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Dollar pro Kopf: 2004: 2 100 US$
Landessprache: Portugiesisch, Bantu-Sprachen

Fußball:
Federaçao Angolana de Futebol (F.A.F.)
Präsident: Justino Fernandes
Trainer: Luis Oliveira Goncalves
Gründungsjahr: 1979
FIFA-Mitglied seit: 1980

WM-Bilanz:
Bislang keine WM-Endrundenteilnahme

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