WM-Teilnehmer im Porträt
Brasilien – Den sechsten Titel im Visier

"Wenn wir wieder Weltmeister werden, sind wir in den nächsten 200 bis 300 Jahren nicht einzuholen", sagt Carlos Alberto Parreira - er muss es wissen. Brasiliens Nationalcoach holte schließlich sowohl als Spieler wie als Trainer den WM Titel.

HB DÜSSELDORF. Carlos Alberto Parreira peilt mit der "Selecao" Titel Nummer sechs an - die Südamerikaner hätten damit doppelt so viele Titel wie die folgenden Italiener und Deutschen (je drei). Die "Heptacampeao" wäre die Krönung der zweiten goldenen Ära Brasiliens: Schon einmal - 1958, 1962, 1970 - holte der Rekordweltmeister drei Titel binnen zwölf Jahren, damals unter der Führung des überragenden Pele. Nun könnte nach 1994 und 2002 das gleiche Kunststück gelingen.

Auch wenn das größte südamerikanische Land einmal nicht den Titel holte, war es doch bei jeder einzelnen Endrunde dabei und nimmt schon von daher eine Sonderstellung in der Fußballwelt ein. Und fast immer stellte Brasilien überragende Spieler, die das Turnier (mit-)prägten: 1938 Leonidas, den schwarzen Diamanten, den Torschützenkönig. Ademir, 1950 ebenfalls Toptorjäger, als die "Selecao" im heimischen Maracana vor 199.534 Zuschauern im entscheidenden Spiel 1:2 gegen Uruguay scheiterte, und ein ganzes Land in starres Entsetzen verfiel. Die Weltmeister-Generation mit Pele, Garrincha, Vava, Jairzinho. Socrates und Zico in den 80ern. Und schließlich die Dunga, Cafu, Romario und Ronaldo in den 90ern.

Auch die aktuelle "Selecao" ist mit Stars nur so gespickt: Kaka, der Zauberer vom AC Mailand. Ronaldo, der Doppel-Weltmeister und Torschützenkönig von 2002. Adriano, der Kraftprotz von Inter Mailand, bester Spieler und Torjäger beim Confederations Cup 2005. Robinho, der Jungstar von Real Madrid mit dem unglaublichen Antritt. Doch über allen thront Ronaldinho, der Tausendsassa und Alleskönner vom FC Barcelona. Zweimal in Folge wurde der Supertechniker, der 2003 für rund 32 Millionen Euro von Paris St. Germain in die katalanische Metropole wechselte, zum Weltfußballer des Jahres gewählt. "Ich bin wie ich bin", sagt Ronaldinho. "Ich mache nichts Besonderes, ich sage, was ich denke, und versuche, einfach nett und natürlich zu sein." Und ist gleichzeitig der größte Albtraum gegnerischer Abwehrreihen.



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Im Gegensatz zu früheren Anläufen marschierte die "Selecao" diesmal höchst souverän durch die Qualifikation - und will nun das wiederholen, was ihr bislang als einziger Mannschaft gelang: Den Titel auf einem fremden Kontinent zu holen - wie schon 1958 in Schweden und 2002 in Korea und Japan. Coach Carlos Alberto Parreira und seiner riesigen Erfahrung kommt dabei besonders die Rolle des Mäßigers und Star-Dompteurs zu: "Mit der Favoritenstellung gewinnt man keine Spiele, ihre Berechtigung muss in jeder Begegnung nachgewiesen werden", mahnt Parreira, der zum fünften Mal als verantwortlicher Coach an einer WM teilnimmt. Gemeinsam mit dem "alten Wolf" Mario Zagallo als Technischem Koordinator will Parreira den Erfolg von 1994 wiederholen, als das Duo ein Team formte, das die 24-jährige Durststrecke ohne WM-Titel beendete.

Die Aufgabe löste die Mannschaft von Erfolgstrainer Carlos Alberto Parreira, der die "Selecao" bereits 1994 in den USA zum WM-Titel geführt hat, als Zweitplatzierte der Südamerika- Ausscheidung hinter Argentinien in souveräner Manier. Der fünfmalige Champion ist WM-Stammgast und in Deutschland zum 18. Mal bei einer Endrunde dabei.

In dem Star-Ensemble vom Zuckerhut sind die Spanien-Legionäre Ronaldo, Roberto Carlos (beide Real Madrid) und Ronaldinho (FC Barcelona) die namhaftesten Akteure. Aus der Bundesliga gehören die Leverkusener Abwehrspieler Juan und Roque Junior sowie Lucio und Ze Roberto vom FC Bayern München und Gilberto (Hertha BSC Berlin) zum Kader des Top-Favoriten, der die Titelverteidigung zum Ziel hat.

Land:


Lage/Größe: Südamerika - (Weltrang: 5): 8 547 404 qkm
Bevölkerung: 186 112 794 Einwohner
Hauptstadt: Brasilia - 2 Mio. Einwohner
Staatsform: Präsidiale Bundesrepublik
Staatspräsident und Regierungschef: Luiz Inácio Lula da Silva
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Dollar pro Kopf: 2004: 3 182 US$
Landessprache: Portugiesisch

Fußball:
Confederacao Brasileira de Futebol (CBF)
Präsident: Ricardo Teixeira
Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira
Gründungsjahr: 1914
FIFA-Mitglied seit: 1923

WM-Bilanz:
1930 Vorrunde
1934 Achtelfinale
1938 Dritter
1950 Vize-Weltmeister
1954 Viertelfinale
1958 Weltmeister
1962 Weltmeister
1966 Vorrunde
1970 Weltmeister
1974 Vierter
1978 Dritter
1982 2. Finalrunde
1986 Viertelfinale
1990 Achtelfinale
1994 Weltmeister
1998 Vize-Weltmeister
2002 Weltmeister

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