WM-Teilnehmer im Porträt
Ecuador – Die dritte Kraft Südamerikas

Ecuador hat zum zweiten Mal hintereinander eine WM-Endrunde erreicht. Diesmal soll für die Tricolor nicht schon in der Vorrunde Schluss sein.

HB DÜSSELDORF. Die Kraft liegt in der Höhe: Jeder Mannschaft, die in Ecuador antreten muss, bleibt zunächst einmal die Luft weg - kein Wunder, angesichts der 2850 Höhenmeter, auf denen das Estadio Atahualpa, das Nationalstadion, in der Hauptstadt Quito gelegen ist. Doch die Höhe allein ist nicht verantwortlich für die jüngsten Erfolge der Andennation - schließlich schied Bolivien, das in La Paz noch gut 800 Meter höher kickt, sang- und klanglos in der WM-Qualifikation aus. Ecuador hingegen ist auf dem besten Weg zur dritten Macht hinter den südamerikanischen Platzhirschen Brasilien und Argentinien.

Der im Norden von Kolumbien und im Süden von Peru begrenzte Äquator-Staat (13,4 Millionen Einwohner) zählt zu den ältesten Kulturlandschaften Amerikas, die zur Inka-Zeit ihre Blütephase hatte. Doch so geschichtsträchtig das Land ist, so erfolglos war lange der heimische Fußball. Zwar ist die "Asociacion Ecuatoriana de Futbol" bereits seit 1926 FIFA-Mitglied, aber erst 1938 gab es das erste Länderspiel - ein 1:1 gegen Bolivien. Zwischen 1938 und 1975 gewann die Nationalelf ganze acht Spiele, dementsprechend "durchschlagend" war der Erfolg in der WM-Qualifikation. 1966 verpasste Ecuador - mit Fußballidol Alberto Spencer - das Ticket zur Endrunde in England im Entscheidungsspiel gegen Chile, ansonsten landete die Truppe abgeschlagen auf den Plätzen. Erst Ende der 90er Jahre entwickelte sich die mittlerweile fast schon berüchtige Heimstärke: In der Qualifikationsrunde für die WM 1998 konnte lediglich Kolumbien in Ecuador bestehen, Favoriten wie Argentinien (0:2) oder Uruguay (0:4) erlebten dagegen ihr blaues Wunder - aus dem Ticket zur Endrunde wurde es dennoch nichts.



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Erst vier Jahre später klappte es mit dem lange ersehnten Erfolg, wieder war die Heimstärke der Schlüssel zum Erfolg: Selbst der spätere Weltmeister Brasilien musste sich in Quito mit 0:1 geschlagen geben. In Korea und Japan verkaufte sich der Endrunden-Novize passabel, feierte nach Niederlagen gegen Italien (0:2) und Mexiko (1:2) beim 1:0 gegen Kroatien seinen ersten Sieg. Trotz Gruppenplatz vier hatte der Andenstaat Blut geleckt - und marschierte recht souverän zur erneuten Qualifikation für den World Cup in Deutschland. In der Südamerika-Ausscheidung blieb die Truppe von Trainer Luis Fernando Suarez, der die Mannschaft nach dem Vorrunden-Aus bei der Südamerika-Meisterschaft übernommen hatte, im heimischen Quito ungeschlagen, feierte umjubelte Siege gegen Brasilien (1:0) und Argentinien (2:0). Auswärts holte Ecuador allerdings nur einen Sieg, ebenfalls in der Höhe von Bolivien.

Obwohl mit Gastgeber Deutschland und den starken Polen bei der WM 2006 schon in der Vorrunde hohe Hürden warten, gibt sich Suarez zuversichtlich: "Ich hoffe, dass wir uns besser präsentieren als vor vier Jahren", sagt der Trainer, der vor allem auf Spieler aus der heimischen Liga baut. Von den Leistungsträgern verdienen lediglich Ulises de la Cruz (Aston Villa/England) und Supertalent Luis Antonio Valencia (FC Villarreal/Spanien) sowie die Katar-Legionäre Ivan Hurtado (Al-Arabi) und Carlos Tenorio (Al-Saad) ihr Geld im Ausland. Wegen chronischer Kniebeschwerden war der Einsatz von Kapitän Hurtado lange Zeit fraglich. Nicht dabei ist Franklin Salas. Das Knie des Angreifers von LDU Quito ist nach einem Kreuzbandriss entzündet, selbst eine dreimonatige Behandlung in der Kurklinik Bad Kissingen brachte nicht die erhoffte Besserung.

Star der Truppe ist Torjäger Agustin Delgado, mit fünf Treffern in der _Quali_ bester Schütze seiner Mannschaft. Der Stürmer, beim 1:2 gegen Mexiko bei der WM in Korea und Japan erster Endrunden-Torschütze seines Landes, suchte sein Glück bereits einmal in Europa, konnte sich beim FC Southampton aber nicht durchsetzen. "El Tin" kehrte zurück zu Barcelona Guayaqil in die Heimat und will nun die WM 2006 nutzen, um sich wieder jenseits des Atlantiks anzubieten - möglichst mit einem Sieg gegen den Gastgeber: "Jeder ist schlagbar", meint Delgado.

Land:


Lage/Größe: Südamerika - (Weltrang: 75): 256 370 qkm
Bevölkerung: 13 363 593 Einwohner
Hauptstadt: Quito - 1,5 Mio. Einwohner
Staatsform: Präsidialrepublik
Staatspräsident und Regierungschef: Alfredo Palacio
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Dollar pro Kopf: 2004: 2 145 US$
Landessprache: Spanisch

Fußball:
Federación Ecuatoriana de Fútbol (F.E.F.)
Präsident: Luis Chiriboga
Nationaltrainer: Luis Fernando Suárez
Gründungsjahr: 1925
FIFA-Mitglied seit: 1926

WM-Bilanz:
2002: Vorrunde

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