WM-Teilnehmer im Porträt
Ghana – Mit Duijkovic kam der Erfolg

Nach mehr als vier Jahrzehnten erfolgloser Versuche gelang Ghana die ersehnte erstmalige Qualifikation für eine Weltmeisterschaft.

HB DÜSSELDORF. Ghana ist ein perfektes Beispiel für die Entwicklungen im afrikanischen Fußball, der sich kontinuierlich nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ verbessert hat. Nicht nur die "etablierten" Nationalteams aus Nigeria und Kamerun, sondern eben auch Ghana können auf der Weltbühne mithalten. Was der in Deutschland sehr bekannten Spielergeneration um Anthony Yeboah (ehemals Frankfurt und Hamburg), Abedi Pele (1860 München) und Anthony Baffoe (Fortuna Düsseldorf), die bei Olympia 1992 als erstes afrikanisches Land überhaupt die Bronzemedaille holten, verwehrt blieb, realisierten nun die Schützlinge von Trainer Ratomir Dujkovic. Der Serbe übernahm erst im Dezember 2004 das Ruder, brachte aber schnell Ordnung und Disziplin ins Team - mit Erfolg.

In Afrika gehört Ghanas Nationalteams schon seit den 60er Jahren zu den stärksten Mannschaften, doch für den Sprung zu einer WM-Endrunde wollte es für die Westafrikaner nie reichen. Ein 4:0 auf den Kapverden machte dieser traurigen Serie 2005 ein Ende: Ghana löste in seiner Qualifikationsgruppe vor der Demokratischen Republik Kongo und dem großen Favoriten Südafrika das Ticket für Deutschland. Fußball löst im 21-Millionen-Einwohner-Land große Emotionen aus. Nach der erfolgreichen Qualifikation ihrer "Black Stars", wie die Nationalmannschaft in Anlehnung an den auf der Landesflagge befindlichen "Leitstern der afrikanischen Freiheit" genannt wird, verwandelten die enthusiastischen Fans die Hauptstadt Accra in ein gewaltiges Volksfest.

Der Grundstein des gegenwärtigen Aufstiegs liegt dabei schon einige Zeit zurück. 1993 und 2001 stand die nationale U20-Auswahl jeweils im WM-Finale, 1991 und 1995 holte die U17 den Weltmeistertitel. Aus diesem talentierten Fundus rekrutierte Dujkovic sein Erfolgsteam. Im Mittelpunkt steht dabei Michael Essien - ein eher untypischer Superstar. Der variabel einsetzbare Mittelfeldspieler, der im Sommer 2005 nach langem Transferpoker für 38 Millionen Euro von Olympique Lyon zu Chelsea London wechselte, ist der perfekte Teamspieler: Zweikampstark, laufstark, ballsicher und dazu bescheiden und besonnen im Auftreten. Nicht von ungefähr war Afrikas Fußballer des Jahres der unumstrittene Wunschspieler von Chelseas Erfolgscoach Jose Mourinho.



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Mit Essien als Kopf des Teams und dem strengen Disziplinfanatiker Dujkovic an der Seitenlinie ist Ghana nun reif für seine erste WM-Endrunde überhaupt. Nach vier gewonnen Afrikameisterschaften, die letzte 1982, dürstet das Volk nach Erfolgserlebnissen - und die starken Auftritte der "Black Stars" in der Qualifikation schürten da Erwartungen. Dujkovic, der bei seinem Amtsantritt erst einmal den damaligen Kapitän und Bayern-Profi Samuel Osei Kuffour aus dem Kader strich, da dieser nicht ins Trainingslager anreiste, lässt sein Team stets sehr offensiv agieren. So wundert es wenig, dass gerade die Offensivspieler der Westafrikaner ihr Geld in Europa verdienen: Stephen Appiah kickte schon für Juventus Turin und spielt nun beim türkischen Meister Fenerbahce Istanbul, Stürmer Matthew Amoah wechselte im Winter 2005 von Vitesse Arnheim zu Borussia Dortmund in die Bundesliga und Sulley Ali Muntari sammelt mit Udinese Calcio Erfahrungen in der italienischen Serie A und der Champions League. Eine Überraschung bedeutet die Nominierung von Mittelfeldspieler Otto Addo vom Bundesligisten FSV Mainz 05.

Bei der Endrunde in Deutschland erwartet Ghana gleich zum Auftakt der Gruppe E ein schwerer Gegner. In Hannover müssen die Afrikaner am 12. Juni gegen den dreimaligen Weltmeister Italien antreten. Nicht minder schwer wird das Duell gegen Tschechien, das am 17. Juni in Köln auf dem Spielplan steht. Zum Abschluss der Gruppenphase kommt es am 22. Juni in Nürnberg zum Kräftemessen mit den USA.

Land:


Lage/Größe: West-Afrika - (Weltrang 80:): 238 537 qkm
Bevölkerung: 21 029 853 Einwohner
Hauptstadt: Accra - 2 Mio. Einwohner
Staatsform: Präsidialrepublik
Staatspräsident und Vorsitzender des Kabinetts: John Kufuor
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Dollar pro Kopf: 2004: 430 US$
Landessprache: Englisch; Kwa-Sprachen; Gur-Sprachen

Fußball:
Ghana Football Association (GFA)
Präsident: Kwesi Nyantkyi
Trainer: Ratomir Dujkovic
Gegründet: 1957
FIFA-Mitglied seit: 1958

WM-Bilanz:
Bislang keine WM-Endrunden-Teilnahme

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