WM-Teilnehmer im Porträt
Niederlande – Premium Orange

Die Qualität des Kaders von Bondscoach Marco van Basten stellt sich aus deutscher Sicht als erschreckend hochwertig dar. In den Niederlanden fühlt man sich schon an die "totaal voetbal- Generation" um Johan Cruyff erinnert.

HB DÜSSELDORF. Das "Oranje"-Team ist zum achten Mal bei einer WM-Endrunde dabei und hat bisher immer zumindest das Achtelfinale erreicht. Das ist der Mannschaft von Bondscoach Marco van Basten, zu seiner aktiven Zeit Europameister 1988 und einer der gefährlichsten Torjäger Europas, bei der WM in Deutschland allemal zuzutrauen.Denn das vom Dick-Advocaat-Nachfolger zuletzt stark verjüngte Team ist von Torwart Edwin van der Sar bis in den Angriff, aus dem die England-Legionäre Arjen Robben und vor allem Torjäger Ruud van Nistelrooy herausragen, gleich stark besetzt. So hat ein Top-Stürmer wie Bayern Münchens Roy Makaay in dieser Elf nicht einmal einen Stammplatz. Weitere aus der Bundesliga bekannte Leistungsträger sind Spielmacher Rafael van der Vaart und Abwehrspieler Khalid Boulahrouz vom Hamburger SV.

Jedes Land, das die Fußball-Weltgeschichte mitbestimmte, hatte eine "Goldene Generation" - in den Niederlanden war es die des "totaal voetbal" der 70er Jahre. Auf ihrem Höhepunkt griff sie am 7. Juli 1974 im Münchner Olympiastadion nach dem WM-Titel. Im Finale standen die Ausnahmekönner um Johan Cruyff, Johan Neeskens, Ruud Krol und Johnny Rep Gastgeber Deutschland gegenüber - doch holländische Technik scheiterte an deutscher Kampfkraft. Vier Jahre später war wieder erst im Endspiel Schluss, wieder war es in Argentinien der Gastgeber, der den großen Triumph verhinderte. Und so ist der Europameistertitel 1988 in Deutschland der bislang einzige Sieg der "Elftal" bei einem internationalen Turnier. Wieder spielte München eine entscheidende Rolle: Nachdem Holland zunächst in Hamburg Revanche an der DFB-Elf genommen hatte(2:1), schlug sie schließlich im Olympiastadion mit dem magischen Dreieck Gullit - van Basten - Rijkaard die Sowjetunion.



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Das Kuriose an der niederländischen WM-Geschichte: Sobald "Oranje" mit von der Partie war, gehörte es stets zu den Favoriten. Allerdings patzte die Niederlande einerseits einige Male in der Qualifikation, andererseits konnte sie ihrer Favoritenstellung bei Endrunden oftmals nicht gerecht werden. Nach zwei mäßigen Teilnahmen 1934 und 1938 (jeweils Aus im Achtelfinale) dauerte es 36 Jahre, ehe sich die Niederlande wieder qualifizieren konnte. Als die Goldene Generation um Johan Cruyff abtrat, fiel die "Elftal" wieder in den alten Trott zurück, verpasste 1982 und 1986 das WM-Ticket. 1990 scheiterte sie als Europameister in einem denkwürdigen Achtelfinale mit der Spuck-Affäre Rijkaard/Völler an Deutschland, 1994 kam das Aus im Viertelfinale, 1998 in einem der besten WM-Spiele aller Zeiten mit 3:5 nach Elfmeterschießen im Halbfinale gegen Brasilien - nachdem es in der Runde der letzten Acht einen 2:1-Sieg gegen den jetzigen Gruppengegner Argentinien gegeben hatte. 2002 sorgte Irlands Jason McAteer mit seinem Treffer zum 1:0 im Qualifikations-Duell dafür, dass der World Cup in Korea und Japan ohne niederländische Beteiligung stattfand.

Ungleich souveräner verlief der Weg zur WM-Endrunde 2006: Ungeschlagen (zehn Siege, zwei Remis) marschierte die Niederlande unter Bondscoach Marco van Basten mit der besten Bilanz aller Europäer auf Platz eins, wies selbst die starken Tschechen zwei Mal mit 2:0 in die Schranken. Mit sieben Toren hatte Ruud van Nistelrooy maßgeblichen Anteil am Durchmarsch seiner Truppe. Der Mittelstürmer von Manchester United ist neben dem Prachtmittelfeld um die Youngster Rafael van der Vaart, Arjen Robben und Robin van Persie der große Hoffnungsträger. Neben van der Vaart vom Hamburger SV ist aus der Bundesliga auch dessen Klubkollege Khalid Boulahrouz bei der WM dabei. Keine Berücksichtigung fanden hingegen Nigel de Jong (Hamburger SV) und Roy Makaay vom deutschen Double-Gewinner Bayern München. "Nigel wird durch seine Verletzung nicht mehr fit für die WM", begründete van Basten den Verzicht auf de Jong, der sich Ende April einer Meniskus-Operation unterzogen hatte.

Makaay fehlt im Kader ebenso erwartungsgemäß wie Ex-Kapitän Edgar Davids (Tottenham Hotspur), Stürmer Patrick Kluivert (FC Valencia) und Abwehrspieler Jaap Stam (AC Mailand). Während Davids und Kluivert unter van Basten in der "Elftal" keine Rolle mehr spielen, versuchte der Bondscoach vergeblich, Weltklasse-Verteidiger Stam zu einer Rückkehr ins Nationalteam zu überreden. Der 22 Jahre alte Klaas Jan Huntelaar von Ajax Amsterdam, mit 33 Treffern Torschützenkönig der niederländischen Ehrendivision, ist dagegen wegen des Überangebots an Weltklasse-Angreifern nicht dabei. "Der Unterschied zu den anderen ist gering. Er ist ein fröhlicher, ausgeglichener Junge und hat noch eine große Zukunft in der niederländischen Elf", erkläte van Basten. Der AZ Alkmaar, Klub von Ex-Bondscoach Luis van Gaal, stellt mit fünf Spielern das größte Kontingent.

"Alle ziehen an einem Strang und tun alles für den Erfolg. Wir können in Deutschland vieles erreichen", sagt Tormaschine van Nistelrooy, die 2001 für rund 28 Millionen Euro aus Eindhoven zu "ManU" kam. Ein Coup in Deutschland - es wäre nicht der erste...

Land:
Lage/Größe: West-Europa - (Weltrang: 132): 41 526 qkm
Bevölkerung: 16 407 491 Einwohner
Hauptstadt: Amsterdam - 730 000 Einwohner
Staatsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: Königin Beatrix
Ministerpräsident: Jan Peter Balkenende
Bruttoinlandsprodukt, Dollar pro Kopf: 2004: 35 055 US$
Landessprache: Niederländisch, Friesisch

Fußball:
Koninklijke Nederlandse Voetbalbond (KNVB)
Präsident: Mathieu Sprengers
Nationaltrainer: Marco van Basten
Gründungsjahr: 1889
FIFA-Mitglied seit: 1904

WM-Bilanz:
1934 Achtelfinale
1938 Achtelfinale
1974 Vize-Weltmeister
1978 Vize-Weltmeister
1990 Achtelfinale
1994 Viertelfinale
1998 Vierter

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