WM-Teilnehmer im Porträt
Paraguay – Mit Bundesliga-Sturm zur WM

Zwei Akteure von Paraguay haben in Deutschland eine Art Heimspiel. Sie kennen sich in den Stadien, ganz besonders in den gegnerischen Strafräumen, bestens aus.

HB DÜSSELDORF. Paraguay ist auf dem besten Wege, sich als "dritte Kraft" in Südamerika zu etablieren. Zum siebten Mal überhaupt seit 1930 und zum dritten Mal in Folge hat sich die "Albirroja" für eine WM-Endrunde qualifiziert. Nachdem zuletzt jeweils im Achtelfinale knapp Endstation war, peilt das stark verjüngte Team von Coach Anibal Ruiz nun selbstbewusst weitere Erfolge an.

1998 in Frankreich unterlag Paraguay im Achtelfinale dem Gastgeber und späteren Weltmeister nur knapp mit 0:1 nach Verlängerung, vier Jahre später in Japan und Korea war gegen Deutschland mit dem gleichen Ergebnis Endstation. "Wir halten innerhalb der Mannschaft diesmal das Viertelfinale für möglich", meint Stürmer Nelson Valdez. Der junge Profi von Werder Bremen hatte seinem Team mit dem 1:0-Siegtreffer in Venezuela erst das Ticket für Deutschland beschert - und ist ein nahezu perfektes Beispiel für die neu formierten "Guaranis".

In Frankreich und Asien überzeugte der zweimalige Copa-America-Sieger (1953 und 1979) vor allem durch kompromisslose Defensive, wobei 2002 schon erste Spuren einer Überalterung im Team zu sehen waren. Trainer Ruiz, der 2002 das Amt vom Italiener Cesare Maldini übernahm, führte den Generationswechsel ein. Für viele etablierte Stammspieler war im neuen Kader kein Platz mehr, auch Torwartlegende und Volksheld Jose Luis Chilavert hing die Schuhe an den Nagel. Beim Umbau der Mannschaft griff der Uruguayer Ruiz vor allem auf den starken Jahrgang zurück, der bei Olympia in Athen 2004 mit der U23 Silber gewann. So fand "El Mano", wie der Coach genannt wird, eine gute Mischung aus alten Hasen und jungen Talenten. Kapitän Carlos Gamarra, Stürmer Jose Cardozo, Roberto Acuna und Carlos Paredes gehen bereits in ihre dritte WM-Endrunde, an ihrer Seite geben Valdez, Bayern-Profi Julio dos Santos, Edgar Barreto und Dante Lopez ihr Debüt bei den Titelkämpfen. "Wir haben eine gute Mischung aus Erfahrung und jüngeren Spielern, die mit riesiger Motivation in das Turnier gehen", weiß auch Valdez.



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Zwischen den beiden Generationen fungiert der Star des Teams als Bindeglied: Bayern Münchens Stürmer Roque Santa Cruz. Der "Chico" genannte Angreifer ist der populärste Fußballer in seiner Heimat, sein Kreuzbandriss sorgte entsprechend für große Panik. Dennoch plant Coach Ruiz fest mit Santa Cruz, und die größtenteils römisch-katholischen 5,7 Millionen Einwohner hoffen allesamt auf eine schnelle Genesung ihres Hoffnungsträger. Im eher defensiv ausgerichteten 4-4-2-System von Trainer Ruiz ist Santa Cruz als Torschütze und Führungsspieler unersetzbar. An seiner Seite liefern sich Routinier Cardozo und Valdez den für die "Guaranis" typischen Generationenkampf.

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