WM-Teilnehmer im Porträt
USA - Aus dem nationalen Schatten ins Rampenlicht

Obwohl Soccer in den USA noch immer nur eine Randsportart ist, zählen die Amerikaner inzwischen zu den Stammgästen bei WM-Turnieren.

HB DÜSSELDORF. Das Land des ehemals belächelten "Soccers" ist endgültig in der Fußball-Weltspitze angelangt: Bereits zum fünften Mal in Folge buchte die USA ihr Ticket zur WM-Endrunde, nachdem die Weltturniere von 1954 bis 1986 ohne die "Staaten" stattfanden. Und in der CONCACAF-Qualifikationsrunde der Teams aus Mittel- und Nordamerika zeigten die Schützlinge von Nationaltrainer Bruce Arena, dass 2006 mit ihnen zu rechnen sein dürfte: Als Gruppensieger ließen die USA sogar die hoch gehandelten Mexikaner hinter sich.

Auch wenn Fußball hinter den "uramerikanischen" Sportarten Baseball, Basketball, American Football und Eishockey über viele Jahre ein Schattendasein fristete, hat er in den Vereinigten Staaten eine lange Tradition: Im flächenmäßig viertgrößten Land mit der drittgrößten Einwohnerzahl der Welt wird bereits seit den 70er Jahren des 19 Jahrhunderts gekickt, damals vor allem an den Universitäten. Britische Einwanderer verbreiteten den Sport im Land, bereits 1913 traten die USA der FIFA bei. Schon beim ersten Weltturnier 1930 gelang ein Paukenschlag, als sich die US-Auswahl mit Siegen über Paraguay und Belgien (jeweils 3:0) bis ins Halbfinale vorkämpfte, dort aber mit 1:6 am späteren Vize-Weltmeister Argentinien scheiterte.



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Nach dem Achtelfinale 1938 folgte 1950 der nächste große Wurf, als die USA dem Mutterland des Fußballs England bei dessen erster WM-Teilnahme eine 1:0-Niederlage beibrachte. Danach verabschiedete sich die Weltmacht über Jahre in der fußballerischen Diaspora, auch die Einführung einer nationalen Profiliga brachte keinen Erfolg: Die NASL, die von 1968 bis 1984 existierte, bevölkerten in den späten 70ern zwar Stars wie Pele, Franz Beckenbauer oder Gerd Müller, der Zuschauer-Boom blieb aber aus. Erst 1990 folgte wieder der Sprung zu einer WM-Endrunde, 1994 beim World Cup im eigenen Land immerhin der Sprung ins Achtelfinale, wo gegen den späteren Weltmeister Brasilien knapp mit 0:1 das Aus kam. Nach der ernüchternden WM 1998 mit Pleiten gegen Deutschland, Jugoslawien sowie den Erzfeind Iran ging es 2002 wieder aufwärts: Erst im Viertelfinale mussten sich die USA der deutschen Mannschaft mit 0:1 geschlagen geben.

Die Runde der letzten Acht gilt auch vier Jahre später in der Bundesrepublik als Ziel, schließlich hat Bruce Arena einen durchaus schlagkräftigen Kader zusammen: Europa-Legionäre wie Kasey Keller (Mönchengladbach), DaMarcus Beasley (Eindhoven) und Claudio Reyna (Manchester City) arrangieren sich mit Profis aus der amerikanischen MLS (der neuen, 1996 gegründeten Profiliga), sei es Routinier Coby Jones (Los Angeles Galaxy), "Wunderkind" Freddy Adu (DC United) oder auch Landon Donovan (ebenfalls Galaxy). Gerade der Ex-Leverkusener will sich in Deutschland beweisen: Bei Bayer gescheitert und bei zwei Gastspielen nur zu sieben Spielen in der Bundesliga gekommen, gilt er in seiner Heimat als Star. Drei Mal gewann der Offensivspieler mit San Jose und Los Angeles die US-Meisterschaft, 2003 und 2004 wurde er zum Fußballer des Jahres gewählt. Keine Berücksichtigung fanden Gregg Berhalter (Energie Cottbus) und Benny Feilhaber (Hamburger SV). Ebenfalls nicht dabei ist der erst 16 Jahre alte Freddy Adu von D.C. United. Die USA treffen bei der Weltmeisterschaft in der Gruppe E auf Tschechien, Italien und Ghana.

"Es war eine harte Entscheidung. Viele Spieler, die nicht im Kader stehen, hätten es ebenso verdient gehabt, aber irgendwo mussten wir eine Linie ziehen", betonte Coach Arena, der zudem Gladbachs Kasey Keller als Stammkeeper in ein WM-Turnier geht. Ich denke, er freut sich über diese Herausforderung." Für den 36 Jahre alten Schlussmann ist es bereits die vierte Teilnahme an einer WM.

Land:


Lage/Größe: Nordamerika- (Weltrang:3): 9 809 155 qkm
Bevölkerung: 295 734 134 Einwohner
Hauptstadt: Washington D.C. - 580 000 Einwohner
Staatsform: Präsidiale Bundesrepublik
Staatspräsident und Regierungschef: George W. Bush
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Dollar pro Kopf: 2004: 39 670 US$
Landessprache: Englisch

Fußball:
United States Soccer Federation (USSF)
Präsident: Robert Contiguglia
Nationaltrainer: Bruce Arena
Gründungsjahr: 1913
FIFA-Mitglied seit: 1913

WM-Bilanz:
1930: Halbfinale
1934: Achtelfinale
1950: Vorrunde
1990: 1. Finalrunde
1994: Achtelfinale
1998: 1. Finalrunde
2002: Viertelfinale

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